Ärzte Zeitung, 31.08.2011

Selbsthilfe begrüßt Zugang zu Routinedaten

BERLIN (af). Die Routinedaten der Krankenkassen nutzen zu dürfen erleichtert die Forschungstätigkeit der Selbsthilfegruppen.

Das hat die Leiterin des Referats Gesundheitspolitik und Selbsthilfeförderung der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe, Dr. Sirii Ann Doka, der "Ärzte Zeitung" auf Anfrage mitgeteilt.

Die Mitgliedsorganisationen der Arbeitsgemeinschaft forschten heute schon zur Lage chronisch kranker und behinderter Menschen. Dazu nutzten sie bislang selbst erhobene Primärdaten.

Die BAG Selbsthilfe selbst habe bisher noch keine Versorgungsforschung betrieben. In Zusammenarbeit mit einer Universität sei dies allerdings durchaus denkbar und auch bereits angedacht worden.

Der Entwurf des Versorgungsstrukturgesetzes sieht vor, mehr Organisationen und Körperschaften Zugang zu den aufbereiteten Morbi-RSA-Daten zu ermöglichen. So soll die Versorgungsforschung breiter aufgestellt werden (wir berichteten).

Sorgen, die zum Teil von der pharmazeutischen Industrie gesponserten Selbsthilfeorganisationen könnten die Daten an die Sponsoren weiterleiten, teile die BAG Selbsthilfe nicht, sagt Doka.

Die Gruppen seien seit langem gewohnt, mit sensiblen Mitgliederdaten verantwortungsvoll umzugehen. Leitsätze regelten zudem die klare Trennung der Interessen der Selbsthilfe und der Industrie.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »