Ärzte Zeitung, 29.08.2012

Rente

Beitragssatz soll sinken

Die Rentenkasse ist gut gefüllt - deswegen soll der Beitragssatz jetzt senken. Dieser Regierungsplan ruft Kritiker auf den Plan.

BERLIN (fst). Das Bundeskabinett hat am Mittwoch beschlossen, ab Anfang kommenden Jahres den Beitragssatz zur Rentenversicherung um 0,6 Prozentpunkte auf 19 Prozent zu senken.

Dadurch würden Arbeitnehmer und -geber um jeweils 2,7 Milliarden Euro entlastet, so das Bundesarbeitsministerium. Die Ersparnis betrage für Beschäftigte pro Monat etwa sieben bis acht Euro, hieß es.

Trotz der Beitragssenkung werde die Reserve in den Rentenkassen bis Ende 2013 wieder auf 27 Milliarden Euro wachsen. Das Gesetz bedürfe nicht der Zustimmung des Bundesrates, so das Ministerium.

Kritik am Kabinettsbeschluss kam nicht nur von Gewerkschaften, Sozialverbänden, SPD und Grünen.

Auch der Gesundheitspolitiker Jens Spahn (CDU) warb dafür, einen Teil des Überschusses für den Aufbau einer höheren Reserve für "schwerere Zeiten" zu nutzen.

Für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) warnte Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach, durch eine Beitragssatzsenkung wären die Rücklagen der Rentenversicherung "schon in wenigen Jahren aufgebraucht, sodass die heutige Senkung als Beitragsschock zurückkehrt".

Sie bezeichnete es als "unverantwortliche Vogel-Strauß-Politik", dass die "finanziellen Spielräume, die für eine Stabilisierung der künftigen Renten nötig sind, zunichte gemacht" würden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Schelte für die SPD und die Bürgerversicherung

Bei der Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetags nahm BÄK-Präsident Montgomery die Gerechtigkeitskampagne der SPD ins Visier. Lob gab es hingegen für Gesundheitsminister Gröhe. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »