Ärzte Zeitung, 10.10.2012

Neuer Beruf

Notfallsanitäter im Kabinett

Alles neu macht Schwarz-Gelb: Im deutschen Rettungswesen soll ein neuer Beruf entstehen - mit mehr Kompetenzen. Heute will das Kabinett den Gesetzentwurf beschließen.

BERLIN (nös). Im Rettungsdienst soll ein neuer Beruf entstehen: der Notfallsanitäter. Einen entsprechenden Gesetzentwurf will an diesem Mittwoch (10. Oktober) das Bundeskabinett verabschieden. Kritik daran kommt von Ärzteverbänden.

Der neue Beruf soll die 23 Jahre alte Ausbildung zum Rettungsassistenten ersetzen. Statt wie bisher zwei sollen die Notfallsanitäter drei Jahre lang ausgebildet werden und auch "invasive Maßnahmen" erlernen, also Medikamentengabe und Intubation.

Kritik daran kommt von Ärzteverbänden. Der Bundesärztekammer sind die geplanten Kompetenzen "deutlich zu umfassend", da sie einer "regelhaften" Delegation ärztlicher Leistungen gleichkomme.

Auch Medizinrechtler warnen vor einer pauschalen Delegation, da sie gegen das Grundgesetz verstoßen könnte. In der Politik werden die Stellungnahmen vor allem als "Standespolitik" begriffen.

"Ich hoffe, dass ein anständiger Beruf entsteht, als gleichberechtigter Partner in der Notfallmedizin", sagte der FDP-Gesundheitspolitiker Jens Ackermann.

Beschlossen werden soll das Gesetz im Frühjahr, in Kraft treten erst 2014. Bis dahin soll die Ausbildung- und Prüfungsverordnung erarbeitet werden.

Lesen Sie dazu auch:
Notfallsanitäter: Rettung für den Rettungsdienst
Telenotärzte: Leuchtturm trotz rechtlicher Hürden

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »