Ärzte Zeitung, 27.11.2012

Leitartikel

Transplantationsskandal: Zeit für die Imagepflege

Mehr Marketing und verbesserte Abläufe in den Kliniken: Der Gesetzgeber stemmt sich gegen die Erosion der Organspendezahlen. Die Selbstverwaltung und ihre Institutionen folgen erst ganz allmählich. Die Umsetzung des novellierten Transplantationsgesetzes wird kein Selbstläufer.

Von Anno Fricke

Transplantationsskandal: Zeit für die Imagepflege

In solchen Boxen werden Spenderorgane transportiert. Derzeit sind sie weniger oft im Einsatz.

© dpa

Die Vertreter der Deutschen Stiftung Organtransplantation sind nicht schuld an den Skandalen der Transplantationsmedizin, die in jüngerer Zeit ans Licht gekommen sind.

Ihre Aufgabe ist es, die Entnahme von Organen in den rund 1300 Entnahmekrankenhäusern in Deutschland zu organisieren. Sie haben also nichts damit zu tun, wer welchem Empfänger wann welches Organ zugedenkt und einpflanzt. Also auch nicht damit, welchen Platz auf der Warteliste ein möglicher Organempfänger einnehmen darf.

Gleichwohl wird die DSO in der Öffentlichkeit mit den Folgen der wohl auch mit krimineller Energie vorgetragenen Manipulationen einzelner Operateure und ihrer möglichen Helfer in Verbindung gebracht. Sie ist die Überbringerin der schlechten Nachricht. Die lautet: Im Oktober ist die Zahl der Spender eingebrochen. Der Grund: Das Vertrauen in das System der Organzuteilung sinkt ...

Jetzt weiterlesen in der ÄrzteZeitung-App ...e.Med 30 Tage kostenlos testen ...

[28.11.2012, 09:08:46]
Dr. Eberhard Wochele 
Kriminelle Manipulation einzelner Operateure ?
Warum werden eingentlich keine Namen der einzelnen Operateure genannt.
Ich denke, es hat wieder einmal den Grund darin, dass es diese nicht gibt. Warum lassen wir Ärzte uns immer so leicht an den Pranger stellen?
Die sogenannten Operateure machen ihre Arbeit, wie die vorgetragene Stiftung.
Die Hauptschuldigen muss man wo anders suchen!
Die Sparwut der Poltik und der Krankenkassen hat dazu geführt, dass solche Märkte entstehen. Gesundheitsmärkte die schwarze Zahlen schreiben müssen. Der Markt wird aber nicht von Ärzten gemanagt, sondern von Gesellschaften und Verwaltungen.
Sieht das denn keiner?
Wo bleibt da die vierte Macht im Staat. Hier hätte ich von der Presse mehr Transparenz erwartet.  zum Beitrag »
[27.11.2012, 14:46:03]
Dirk-Uwe Walter 
Schuld und Verantwortung
Schuld ist eine ganze Branche, die seit jahrzehnten jegliche Transparenz verhindert.
Verantwortung: Wenn heir eine Stiftung ohne Veranwortung handelt und auch keine Schuld entwickelt - wozu braucht man diese Organisatoren?
Wenn in diesem sensiblen Breich nicht eine 180 Grad Wende hin zu Transparenz und Verantwortung vollzogen wird, sehe ich zu künfitig für diesen Bereich nur eine Existenz in der Nische.
Vielleicht die letze Chance in Deutschland? zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »