Ärzte Zeitung, 12.03.2009

Kosten senken bei der Arzneitherapie von Rheuma-Patienten -  das ist ein Holzweg

Folgekosten wie etwa durch Arbeitsausfall sind höher als die Behandlungskosten

WEDEL (di). Für die Behandlung von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind mit der Aufnahme dieser Erkrankung in den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) Verbesserungen in Sicht.

Kontrolle der Finger-Grundgelenke einer Patientin: Die Kosten der Arzneitherapie steigen.

Foto: ugr

Sorge bereitet der Industrie aber, dass bei Kostendiskussionen positive Therapieeffekte oft ausgeblendet werden. "Fast alle derzeit diskutierten Kostendämpfungsmaßnahmen sollen im Arzneimittelsektor realisiert werden", stellte der Geschäftsführer des Arzneimittelherstellers Medac, Heiner Will, in einem Pressegespräch in Wedel fest.

Nach seiner Ansicht geht die politische Diskussion in eine falsche Richtung. Richtig sei zwar, dass die Arzneimittelausgaben für Patienten mit rheumatoider Arthritis mit die höchsten Steigerungsraten aufweisen. Doch deutlich höher als direkte Kosten etwa für Medikamente und ärztliche Behandlungen seien die indirekten Kosten wie etwa Arbeitsausfall oder Frühberentung. Will bezifferte die jährlichen direkten Kosten pro Patient mit rheumatoider Arthritis in Deutschland auf rund 5000 Euro, die indirekten Kosten auf rund 10 000 Euro. Indirekte Kosten können durch den Einsatz direkter Kosten gesenkt werden. Je mehr bei direkten Kosten aber gespart wird, desto stärker also das Risiko für steigende indirekte Kosten für die Volkswirtschaft.

Will sieht aber auch Grund für Optimismus. Denn die Aufnahme entzündlich-rheumatischer Erkrankungen in den Morbi-RSA sichert den Kassen finanzielle Mittel für eine angemessene Versorgung und lässt erwarten, dass gezielte Angebote für diese Patienten entwickelt werden. Um weitere Verbesserungen zu erreichen regte Will an: