Mittwoch, 29. Juli 2015
Ärzte Zeitung, 29.01.2013

AMNOG

Industrie stellt sich gegen die Kassen

BERLIN. Zwischen den Verbänden der Arzneimittelhersteller, des Großhandels sowie der Apotheker und dem GKV-Spitzenverband kommt es zum Schwur. Am Donnerstag dieser Woche soll die Umsetzung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) abgeschlossen werden.

Zu diesem Tag werden die Hersteller die Preise für die 14 Wirkstoffe veröffentlichen, die bereits in der frühen Nutzenbewertung waren und über deren Rabattierung Hersteller und GKV-Verband bislang verhandelt haben.

Die Verbände haben am Montag angekündigt, dass sie die Listenpreise erhalten wollen. Die Hersteller würden damit nur der Logik des AMNOG folgen, das durchgängig von Rabatten spreche, nicht aber von einer durch die Verhandlungen ausgelösten Preisneufestsetzung.

Diese Rabatte würden über den Handel an Kassen und Versicherte durchgereicht. Vor dem 1. Februar 2013 angefallene Rabatte würden die Hersteller direkt an die Kassen auszahlen.

Es handele sich um einen Betrag von unter einer Million Euro, hieß es dazu aus dem Verband forschender Pharmaunternehmen (vfa).

Die Kassen dagegen gehen bei ihren Berechnungen direkt von den verhandelten Erstattungsbeträgen aus, was für die Handelsstufen geringere Margen bedeutet.

"Wir erwarten, dass die Unternehmen die Erstattungsbeträge so melden werden, wie es der Gesetzesinterpretation des Bundesgesundheitsministeriums entspricht", sagte der Pressesprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, der "Ärzte Zeitung".

Seine Reaktionen will der Verband von den tatsächlichen Veröffentlichungen abhängig machen. Aus dem Ministerium hieß es dazu, man halte den Erstattungspreis für den maßgeblichen Preis für die Berechnung der Handelsmargen. (af)

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Reisedurchfall: Multiresistente Keime als Urlaubssouvenir

Wer in die Tropen reist, erkrankt häufig an Durchfall. Der klingt zwar meist schnell wieder ab - aber multiresistente Erreger können bleiben. Vor allem, wenn man Antibiotika geschluckt hat. mehr »

Beratung im Bundeskabinett: Korruptionsgesetz erlaubt gewollte Ärztekooperationen

Bestechung und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen sollen auch für niedergelassene Ärzte strafbar werden. Am Mittwoch berät das Bundeskabinett den Gesetzentwurf. Ärztekooperationen werden darin ausdrücklich erwähnt. mehr »

Gesundheitskarte: Die Fristen sind kaum mehr zu halten

Muss der Gesundheits­minister bei der E-Card wieder einen Gang zurückschalten? Fest steht, Online-Tests und Rollout der Telematik­infrastruktur sind einmal mehr im Verzug. Nun beginnt das Schwarze-Peter-Spiel auf der Suche nach dem Schuldigen. mehr »