Ärzte Zeitung, 06.04.2016

Arznei-Informationen

Ärzte nehmen GBA und IQWiG kaum wahr

HAMBURG. Industrie-gesponserte Fortbildungsveranstaltungen sind für Ärzte die wichtigste Informationsquelle über neue Arzneimittel. Der Gemeinsame Bundesausschuss und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit, die im Zuge der frühen Nutzenbewertung systematische vergleichende Informationen über Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen publizieren, werden dagegen von Ärzten kaum wahrgenommen.

Das hat eine Umfrage von DocCheck Research im Auftrag der Techniker Krankenkasse unter 286 Allgemeinärzten und 214 Internisten ergeben. Danach antworteten 49 Prozent der befragten Ärzte, dass sie Fortbildungen am häufigsten für die Entscheidung nutzen, ob sie ein neues Medikament verordnen. Die TK bemängelt, dass auf solchen Veranstaltungen kaum ein kritischer Diskurs stattfinde. Wünschenswert wäre es, wenn Ärzte Informationen aus unabhängigen Quellen stärker nutzten.

Die Informationen von GBA und IQWiG nehmen nur 15 Prozent der Ärzte wahr. Die beiden Institutionen landen damit abgeschlagen auf einem siebten Platz. (HL)

Topics
Schlagworte
Arzneimittelpolitik (7055)
Organisationen
IQWiG (1147)
TK (2282)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »