Ärzte Zeitung, 13.05.2008

KOMMENTAR

Brutstätte für neue Versorgungs-Ideen

Von Angela Mißlbeck

Wie man im Kleinen Großes anpacken kann, machen zwei Ärztenetze in Brandenburg vor. Auf ihre Regionen begrenzt stellen sie die Versorgung ihrer Patienten in Kooperation mit zwei Kassen und der KV auf ganz neue Beine. Dabei geht es in den von Ärztemangel bedrohten Regionen um zweierlei: Die wenigen Ärzte sollen entlastet werden, damit sie viele Patienten gut versorgen können.

Die Initiative für die Projekte ging von den Netzen aus. In ihnen haben sich die niedergelassenen Ärzte der beiden Gebiete jeweils fast vollständig zusammengeschlossen, um der Verschlechterung der Versorgung aufgrund wachsender Versorgungslücken etwas entgegenzusetzen. Mit ihren innovativen Konzepten haben sie die Krankenkassen überzeugt.

Innovativ sind die Projekte nicht nur, weil sie die gesamte Versorgung in zwei Regionen neu strukturieren sollen. Sie führen zudem eine Art "Arztpraxis auf Rädern" ein: Fachspezialisten, die in den Regionen fehlen, kommen von anderswo einmal im Monat zur Sprechstunde in die Regionen - eine pragmatische Lösung für spezielle Patientenprobleme.

Die Projekte zeigen, was auf der Spielwiese der integrierten Versorgung wachsen kann. Wenn das Hauptaugenmerk nicht auf Finanzen, sondern auf Strukturen liegt, öffnet sie Raum für Gestaltungsideen, die in der Regelversorgung an engen Vorschriften scheitern würden. So können aus der Integrationsversorgung Versorgungsinnovationen entstehen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Ärztemangel - neue IV-Projekte sollen Versorgung sichern

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