Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung, 22.08.2008

Gendiagnostik-Gesetz geht Grünen nicht weit genug

Ministeriums-Entwurf klammert Forschungsdaten aus

BERLIN (fst). Pro Jahr werden etwa 300 000 genetische Analysen allein über die GKV abgerechnet - mit steigender Tendenz. Die Regeln für den Umgang mit den brisanten Daten sind bisher vielfach ungeklärt.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesgesundheitsministerium kürzlich den Referentenentwurf für ein Gendiagnostik-Gesetz vorgelegt. Die Vorlage spart allerdings Regeln für den Umgang mit genetischen Daten in der Forschung völlig aus.

Unter der rot-grünen Regierung war der Anlauf für eine Regelung bereits gescheitert. "Das Gesetz ist beim letzten Mal von den Grünen überfrachtet worden", sagt der SPD-Abgeordnete und Arzt Dr. Wolfgang Wodarg der "Ärzte Zeitung".

Die Grünen hingegen bezeichnen den Entwurf als "Stückwerk". Sie monieren, der Koalition fehle eine "gemeinsame bioethische Linie". Auch der Bundesärztekammer geht das Gesetz nicht weit genug: Nicht nur Methoden der genetischen Diagnostik sollten von der Regelung erfasst sein, so die BÄK. Vermutlich im September will das Bundeskabinett den Entwurf beschließen. In Kraft treten, so Wodarg, "muss das Gesetz am 1. Januar".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »