Ärzte Zeitung, 28.10.2008

In Baden-Württemberg boomt die Gesundheitsbranche

In sechs Jahren sind 39 000 neue Arbeitsplätze im Gesundheitswesen entstanden / Anteil der privaten Gesundheitsausgaben ist gestiegen

STUTTGART (mm/fst). Pro Kopf und Jahr werden in Baden-Württemberg knapp 3000 Euro für die Gesundheit ausgegeben.

Dies geht aus Zahlen zur Entwicklung der Gesundheitswirtschaft in Baden-Württemberg von 2000 bis 2006 hervor, die Sozialministerin Dr. Monika Stolz (CDU) und die Präsidentin des Statistischen Landesamtes Dr. Carmina Brenner in Stuttgart vorgestellt haben.

Im Jahr 2000 hat dieser Wert noch bei 2588 Euro gelegen, heißt es in den "Gesundheitsökonomischen Indikatoren für Baden-Württemberg". Das Gesamtvolumen der Gesundheitsausgaben im Südwesten hat sich im Jahr 2006 auf 32 Milliarden Euro belaufen, fünf Milliarden Euro mehr als im Jahr 2000. Größter Posten waren dabei die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung mit etwa 18 Milliarden Euro (etwa 55 Prozent).

Für Gesundheit werden 32 Milliarden Euro ausgegeben.

Damit ist der GKV-Anteil wie auch der Anteil der anderen gesetzlichen Sicherungssysteme (Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) an den gesamten Gesundheitsausgaben in Baden-Württemberg niedriger als im Bundesschnitt. Dagegen sind anteilsmäßig die Ausgaben für private Kranken- und Pflegeversicherungen im Südwesten höher als in anderen Bundesländern. Das kann, so die Chefin der Statistik-Behörde, mit dem hohen Wohlstand im Südwesten zusammenhängen. Im Ergebnis ist die Gesundheitswirtschaft in Baden-Württemberg damit unabhängiger von der Finanzsituation der GKV als im Bundesschnitt.

"Die Gesundheitsbranche ist mehr als nur ein Kostenfaktor. Sie ist ein Wirtschaftsfaktor ersten Ranges in Baden-Württemberg", sagte Stolz. Die Zahlen zeigten, dass die Menschen im Südwesten zunehmend bereit seien, verstärkt eigenverantwortlich in ihre Gesundheit zu investieren. So ist zwischen 2000 und 2006 der Anteil der Ausgaben der privaten Haushalte um fast zwei Prozentpunkte gestiegen.

Der Gesundheitssektor habe seine Position als beschäftigungsstärkste Branche in Baden-Württemberg verteidigt. Im Jahr 2006 sind 609 000 Menschen im Gesundheitswesen beschäftigt gewesen (2000: 577 000), das entspricht einem Anteil von elf Prozent. Wachstumsbereiche seien die ambulante und die stationäre Versorgung. Gesunken sei dagegen die Zahl der Beschäftigten in der Verwaltung.

Der Bericht ist abrufbar unter http://www.statistik-bw.de/, Menüpunkt "Gesundheit"

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (16861)
Personen
Monika Stolz (163)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »