Ärzte Zeitung, 25.03.2009

Schmidt beharrt auf Vorrang für Heimärzte

Ministerin sieht Defizite bei ärztlicher Heimversorgung

Berlin (ami). Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt ist mit der ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen nicht zufrieden.

"Ein Allgemeinmediziner mit geriatrischer Ausbildung gehört in jede Einrichtung", sagte Schmidt bei der AOK-Diskussionsveranstaltung "Leben im Alter - Perspektiven in der Pflege" in Berlin. Das Pflegeweiterentwicklungs-Gesetz hat geregelt, dass Heime mit Vertragsärzten fest zusammenarbeiten können. Nur falls sie keinen Vertragsarzt für eine Kooperation gewinnen, dürfen sie selbst einen Arzt anstellen. Diese Bestimmung geht der SPD-Politikerin nicht weit genug. "Ich hätte gern eine ganz klare Regelung gehabt, dass Heime berechtigt sind, Ärzte anzustellen", so Schmidt weiter.

Schmidt will eine schnellere Reaktion der Heime.

Die neuen Möglichkeiten werden aus ihrer Sicht von den Heimen aber auch zu wenig genutzt. "Ich würde mir wünschen, dass die Heime schneller reagieren", so die Ministerin. Sie sollten nach ihren Vorstellungen einen Arzt anstellen, wenn Niedergelassene die Besuche der Heimpatienten nicht wahrnehmen. Als Vorbild kann nach Schmidts Worten das Berliner Projekt "Die Pflege mit dem Plus" gelten. Dabei kooperieren Heime teils mit Niedergelassenen, teils mit angestellten Heimärzten. Die Ärzte sind für alle Heimbewohner zuständig, haben 24-Stunden-Rufbereitschaft und machen eine Regelvisite pro Woche (wir berichteten).

Das Projekt gibt es bislang nur für Versicherte der AOK Berlin und der IKK Berlin-Brandenburg. Die AOK baut es zu einem Integrationsprojekt aus. Daran nehmen 68 von rund 250 Berliner Heimen teil. Das Projekt finanziert sich aus Einsparungen, die durch Vermeidung von Krankentransporten und Klinikaufenthalten erzielt werden.

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