Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung, 11.03.2010

Chirurgie ist noch Männerdomäne, die Gynäkologie längst nicht mehr

Neue Kammer-Statistik in Berlin zeigt, dass der Frauenanteil je nach Fachgruppe unterschiedlich schnell wächst.

BERLIN (inh). Die Hälfte der Berliner Ärzte sind Frauen. Ihr Anteil in den höheren Hierarchieebenen der Kliniken ist jedoch nach wie vor niedrig. Das zeigt die neue Mitgliederstatistik der Ärztekammer Berlin. Demnach sind von den 476 registrierten Chefärzten in Berlin 62 weiblich. Bei den 1259 Oberärzten der Stadt liegt der Frauenanteil mit 336 bei 27 Prozent und damit zwei Prozentpunkte höher als noch 2009.

In der Führungsebene der Ärztlichen Direktoren liegt der Anteil der Frauen bei zwölf Prozent. Anders sehen die Verhältnisse bei der Vertragsärzteschaft aus. Von den 6068 in eigener Praxis niedergelassenen Ärzten Berlins sind 2976 und damit 49 Prozent weiblich.

Das Gleichziehen der Frauen ist noch nicht in allen Fächern erreicht und der Frauenanteil verändert sich in sehr unterschiedlichem Maße. Schlusslicht ist nach wie vor die Chirurgie mit einem Frauenanteil von 21 Prozent. Auf der anderen Seite der Skala liegen Kinder- und Jugendmediziner mit einem Frauenanteil von 64, Allgemeinmedizin und Augenheilkunde mit jeweils rund 60 sowie die Gynäkologie mit 58 Prozent.

Von den berufstätigen Gynäkologen sind 67 Prozent Frauen. Bei Gynäkologen und Pharmakologen stieg der Frauenanteil unter den berufstätigen Ärzten im Vergleich zu 2009 mit jeweils drei Prozentpunkten am stärksten.

| Share
Topics
Schlagworte
Berufspolitik (11276)
Organisationen
ÄK Berlin (149)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Neue Ära in der Schlaganfall-Therapie?

Ein neuartiges Therapieverfahren weckt große Hoffnungen bei der Behandlung von akutem Schlaganfall. Jetzt hat es sich in Studien und auch in der Praxis bewährt. Experten jubeln: Die neue Methode wird die Schlaganfall-Therapie grundsätzlich verändern! mehr »

112 - Heute ist Europäischer Notruf-Tag

Nur etwa jeder vierte Europäer kennt die EU-weite Notrufnummer 112. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die EU-Kommission in Brüssel anlässlich des Europäischen Notruf-Tags vorgestellt hat. Die Notrufnummer 112 ist rund um die Uhr und kostenfrei in Europa erreichbar. mehr »

Streit um frühe Nutzenbewertung eskaliert

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) scharf kritisiert. Das Institut missachte Standards der evidenzbasierten Medizin. Das IQWIG kontert: Die Vorwürfe sind unsachlich. mehr »