Ärzte Zeitung, 09.06.2010

Kommentar

An den richtigen Stellen gepunktet

Von Christiane Badenberg

Viele Klinikärzte werden sich fragen: Hat sich das gelohnt? Mehr als drei Wochen Streik für eine Lohnerhöhung von zwei Prozent? Und das, obwohl die kommunalen Arbeitgeber sogar 2,9 Prozent mehr angeboten hatten, allerdings bei einer deutlich längeren Vertragslaufzeit.

Bei genauer Betrachtung der vereinbarten Punkte lässt sich die Frage mit ja beantworten. Denn schon auf der letzten Hauptversammlung des Marburger Bundes wurde deutlich, dass es den Klinikärzten, die in den vergangenen Jahren ihr Einkommen deutlich verbessern konnten, nicht um die offiziell geforderten fünf Prozent mehr Gehalt ging. Viel wichtiger war ihnen eine bessere Bezahlung der Arbeitszeiten, in denen andere schlafen oder Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Und das ist dem Marburger Bund mit diesem Tarifabschluss gelungen. In einer großen Tarifgemeinschaft, wie sie bis vor einigen Jahren mit verdi bestand, hätten die Ärzte diese für sie wichtigen Regelungen kaum durchsetzen können.

Allerdings ändert mehr Geld für Bereitschafts- und Nachtdienste nichts an den vielfach immer noch haarsträubenden Arbeitsbelastungen. Hier anzusetzen, das wäre ein gutes und vor allem nach außen wunderbar zu vermittelndes Ziel für die nächsten Tarifgespräche.

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Mehr Geld für Bereitschafts- und Nachtdienste

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