Ärzte Zeitung für Onkologen/Hämatologen, 10.09.2010

KrebsStiftung unterstützt Kampf gegen Metastasen

Forschungsprojekt erhält Anschubfinanzierung von 60 000 Euro. Benötigt werden 500 000 Euro.

Von Anne-Christin Gröger

DÜSSELDORF. Die neu gegründete KrebsStiftung NRW unterstützt ihr erstes wissenschaftliches Forschungsprojekt zur Bekämpfung von Metastasen. In Kooperation mit drei Kliniken des Universitätskrankenhauses Düsseldorf - der Frauenklinik, der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie sowie dem Institut für Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutika - will die Organisation an der Isolierung und Charakterisierung der Vorläuferzellen arbeiten. Die Ergebnisse könnten die Grundlage für neue Therapieansätze bilden.

Die Forscher unter der Leitung von Dr. Nikolas Stoecklein, Dr. Johannes Fischer und Dr. Dieter Niederacher stützen sich bei ihrer Arbeit auf neuere Erkenntnisse, nach denen nicht der ursprüngliche Tumorherd über die Aggressivität und den Verlauf der Krebserkrankung entscheidet, sondern bereits sehr früh gestreute Metastasen-Vorläuferzellen. Diese Zellen haben ganz andere Eigenschaften als der Primärtumor. Deshalb sei es schwierig, sie frühzeitig zu erkennen und zu bestimmen, sagt Stiftungsratsvorsitzender Dr. Jürgen Wettke, Direktor beim Beratungsunternehmen McKinsey. "Ein Großteil der Patienten, die eine Tumoroperation hinter sich haben und als klinisch geheilt entlassen wurden, stirbt dennoch - an den Folgen von Metastasen, die durch den Körper wandern und sich in einzelnen Organen festsetzen", sagt er.

Mithilfe eines neuen Verfahrens wollen die Forscher die Zellen in hoher Konzentration isolieren und genauer bestimmen können. "Die Vorläuferzellen sind bereits im Blut nachweisbar, lange bevor sich erste Metastasen bilden", sagt Stoecklein, der das Chirurgische Forschungslabor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie in Düsseldorf leitet. "Aufgrund ihrer geringen Konzentration ist es jedoch schwer, sie aufzuspüren." Die Zellen sollen jetzt über das Blut entnommen werden. Die Methode soll die Patienten weniger belasten als die bisher verwendete Methode der Knochenmarkpunktion. Die Wissenschaftler wollen möglichst viele Betroffene in Studien unterbringen, um die Vorläuferzellen so systematisch wie möglich untersuchen zu können. Das Problem beim bisher angewandten Verfahren: Die Zellen konnten nur in geringer Zahl isoliert und bestimmt werden. "Das verringert die Genauigkeit der Analyse", sagt Niederacher, Biochemiker an der Frauenklinik Düsseldorf. Je mehr Informationen die Wissenschaftler jedoch über die Zellen haben, desto genauer können die behandelnden Mediziner die pharmakologische Therapie ansetzen.

Bislang hat die Stiftung den Forschern eine Anschubfinanzierung von 60 000 Euro für die Anschaffung von Apparaten und für Reisekosten zur Verfügung gestellt, benötigt werden insgesamt 500 000 Euro.

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