Ärzte Zeitung, 25.10.2010

Kommentar

Mehr Mut, weniger Berührungsängste!

Von Ilse Schlingensiepen

In der Gesundheitsversorgung ist es heute fast eine Selbstverständlichkeit, dass Patienten eine aktive Rolle spielen und in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Ärzte wissen: Fühlt sich der Patient ernst genommen, wirkt sich das positiv auf den Erfolg aus.

Von dieser Erkenntnis können Demenzkranke nicht profitieren. Sie bleiben häufig ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung außen vor. Ansprechpartner des Arztes werden die Angehörigen. Die Patienten selbst werden von einem Moment auf den anderen entmündigt.

Auch in der Forschung werden die Demenzkranken selten nach ihren Gefühlen, Bedürfnissen und Möglichkeiten befragt. Damit verzichten die Wissenschaftler auf eine wesentliche Grundlage, um effektive Unterstützung gerade für die Patienten am Anfang der Krankheit zu entwickeln.

Kaum eine Diagnose ist so mit Ängsten und Berührungsängsten verbunden wie Demenz. Wenn Ärzte und Wissenschaftler den Mut haben, sich auf die Demenzkranken einzulassen, tun sie einen wichtigen und richtigen Schritt, um der Krankheit wenigstens ein bisschen von ihrem Schrecken zu nehmen.

Lesen Sie dazu auch:
"Eine Demenz ist kein einziges Desaster"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. Offenbar fällt es aber schon Kindern schwer, ihre Bewegungsmuster zu ändern. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethische Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »