Sonntag, 21. Dezember 2014
Ärzte Zeitung, 18.03.2012

Kommentar

Mehr Anreize - mehr Investitionen

Von Anno Fricke

Das Versorgungsstrukturgesetz hat richtige Akzente gesetzt. Es gibt mehr Geld für Landärzte, ihre Arbeitsbedingungen sollen entrümpelt werden. Aber reicht das schon?

Vielleicht brauchen die KVen sogar noch mehr Spielräume, um dem Ärztemangel vor allem auf dem Land zu begegnen. Die jetzt vorgelegten Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, einer Stiftung der KVen, belegen, dass selbst hohe Einkommensunterschiede zugunsten der Landärzte nicht ausreichen, um Ärzten das flache Land schmackhaft zu machen.

27 Euro netto verdient demnach der Landarzt pro Stunde, 24 Euro der Arzt in der Stadt. Für die Politiker muss dies ein Alarmsignal sein.

Dies gilt auch für den Rückgang der Investitionen in den Praxen, der nicht nur darauf zurückgeführt werden kann, dass ältere Praxisinhaber für neues Gerät nicht mehr so tief in die Tasche greifen wollen.

Wenn die Ärzte beginnen, Investitionen vor sich her zu schieben, ist dies ein Indiz dafür, dass ihnen dafür zu wenig Geld übrig bleibt.

Die Patienten haben einen Anspruch auf eine Versorgung auf dem Stand des medizinisch-technischen Fortschritts. Die Investitionstätigkeit sollte schleunigst reanimiert werden.

Lesen Sie dazu auch:
KBV kritisiert Zwangsrabatt bei Honoraren

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Vertretungsfall und Notfallversorgung: Honorar-Neuerungen beschlossen

Kurz vor Weihnachten haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Krankenkassen auf einige Honorar-Änderungen geeinigt. So gibt es eine Neuregelung für Vertretungsfälle und drei neue EBM-Ziffern bei der Notfallversorgung. mehr »

Assistierter Suizid: Ethikrat warnt vor Gefahren eines "Sterbehilfegesetzes"

Der Deutsche Ethikrat hat heute Stellung zur Sterbehilfe bezogen. In Fragen des ärztlichen Berufsrechts hat das Gremium eine gänzlich andere Haltung als die Ärztekammern. mehr »

Leitartikel: Das Masernproblem wird ausgesessen

In Deutschland erkranken zu viele Menschen an Masern. Das Ziel, die Infektionskrankheit hierzulande bis 2015 auszurotten, wird verfehlt. Eine Kommission deckt auf, warum es nicht klappt. mehr »