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Ärzte Zeitung, 22.05.2012

Hausärzteverband erwartet HzV-Rekordzahlen

NÜRNBERG (HL). Nach einem Rückschlag im Jahr 2011 sind 2012 in großer Zahl neue Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung geschlossen oder durch Schiedsspruch entschieden worden. Der Hausärzteverband erwartet gegen Jahresende 2012 einen Rekord.

Der in Bayern neu abgeschlossene 73b-Vertrag schließt etwa 5500 Ärzte ein. Wie der Hauptgeschäftsführer des Hausärzteverbandes, Eberhard Mehl, am Rande des Ärztetages vor Journalisten sagte, sei bis Ende 2012 mit über einer Million eingeschriebener Versicherter zu rechnen.

Um Jahre zurück liege hingegen die Vertragsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Dort sperren sich die meisten Kassen gegen Verträge mit dem Hausärzteverband.

Freiwillig haben hier lediglich die TK und die IKK Classic einen HzV-Vertrag abgeschlossen. Als guten Kompromiss wertet Mehl den Abschluss in Hessen. Für Herbst erwartet er Schiedssprüche zu den Verträgen mit anderen Kassen.

Kliniken und Fachärzte können einbezogen werden

Ein Novum ist, dass die Hausarztverträge nun Schritt für Schritt mit einer Integrationsversorgung verknüpft werden. Schwerpunktmäßig sollen damit Lücken in der Versorgung von Diabetikern, Rheuma-Kranken und Heimpatienten geschlossen werden.

Nach einem einheitlichen Vertragstypus soll die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten einerseits sowie Diabetologen und Rheumatologen andererseits systematisiert werden.

Ein Vertragsabschluss nach Paragraf 140a bietet im Unterschied zu 73c-Verträgen die Möglichkeit, auch Kliniken und die dort tätigen Fachärzte einzubeziehen, so der Verbandsvorsitzende Ulrich Weigeldt. Vor allem für die Versorgung schwer Rheuma-Kranker sei dies ein wichtiger Aspekt.

Die Integrationsverträge zur Pflege greifen der Pflegereform vor: Vor allem Patienten in Heimen sollen eine bessere ärztliche Versorgung erhalten. Nach Angaben des Hausärzteverbandes wollen sich daran auch Fachärzte beteiligen.

In enger Abstimmung mit der BÄK strebt der Hausärzteverband Verträge mit Unternehmen der PKV an, die oberhalb des GOÄ-Levels liegen.

Das Ziel ist, dass Hausärzte in Abstimmung mit Fachärzten oder auch mit Pflegeeinrichtungen Leistungen mit besserer Effizienz für die PKV erbringen, etwa durch vermiedene Mehrfach-Diagnostik oder durch niedrigere Hospitalisierung.

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