Ärzte Zeitung, 22.09.2012

Internistentag

Was bringt die neue Bedarfsplanung ab dem nächsten Jahr für die Internisten?

Was bringt die neue Bedarfsplanung?

Neue Niederlassungsmöglichkeiten in Sicht, andere Sperrbezirke für Ärzte? Die neue Bedarfsplanung wird auch die Berufsperspektiven von Internisten stark beeinfluss - und ist darum Thema des Internistentages.

BERLIN (eb). Wie hart die neue Bedarfsplanung nach dem Versorgungsstrukturgesetz wirken kann, mussten vor wenigen Wochen einige hoch spezialisierte Arztgruppen wie etwa Pathologen erfahren.

Angesichts einer hohen Zahl von Zulassungsanträgen stoppte der Gemeinsame Bundesausschuss quasi über Nacht vorübergehend die weitere Zulassung bei einigen Disziplinen.

Vor diesem Hintergrund hat der von Donnerstag bis Samstag in Berlin stattfindende Deutsche Internistentag als berufspolitisches Forum des Internistenverbandes besondere Bedeutung.

Erste Konzepte zur Flexibilisierung und Verfeinerung der Bedarfsplanung, die vor allem einer in ländlichen Regionen befürchteten Unterversorgung entgegenwirken soll, hat die KBV bereits erarbeitet und in den Gemeinsamen Bundesausschuss eingebracht.

"Fest steht, dass die neuen Regelungen weitreichende Auswirkungen haben werden", prognostiziert BDI-Präsident Dr. Wolfgang Wesiack.

"Es kann passieren, dass in manchen Bereichen Arztsitze wegfallen, in anderen, die bislang für Internisten gesperrt waren, neue entstehen. In jedem Fall gilt es, die Konzepte gut zu kennen, um in der beruflichen Planung klug zu agieren", empfiehlt er.

Dabei geht es nicht nur grundsätzlich um die Möglichkeit, in welchen Regionen sich Internisten mit welchen Schwerpunkten überhaupt niederlassen können.

Die neue Bedarfsplanung wird auch entscheidenden Einfluss auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben, weil beispielsweise aus Strukturfonds Fördermittel gezahlt werden oder weil in regionalen Honorarvereinbarungen finanzielle Anreize gesetzt werden.

Über die Vielzahl auch praktischer Fragen diskutieren am kommenden Donnerstag Ulrike Elsner, stellvertretende Vorsitzende des vdek, Dr. Bernhard Gibis vom Vertragsdezernat der KBV, die Fachanwältin Dr. Karin Hahne, Franz Knieps, ehemals Abteilungsleiter im BMG und heute bei Wiese Consult tätig, sowie die BDI-Spitze Dr. Wolfgang Wesiack und Dr. Wolf von Römer.

Internist sein im Zeitalter der neuen Bedarfsplanung; Donnerstag, 27. September, 11.00 Uhr, Berlin, Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »