Ärzte Zeitung, 14.06.2013

Wechsel

Neues Führungsduo bei der KV Hamburg

Die KV Hamburg hat einen neuen Vorstandschef: Walter Plassmann. Den Vorsitz der Vertreterversammlung übernimmt Dr. Dirk Heinrich.

Von Dirk Schnack

Neues Führungsduo bei KV Hamburg

Neues Führungsduo der KV Hamburg: Walter Plassmann (l.) ist ab Juli Vorstandsvorsitzender der KV, Dr. Dirk Heinrich löst Dr. Michael Späth als Vorsitzenden der Vertreterversammlung ab.

© Schnack

HAMBURG. Bei der außerplanmäßigen Wahl ihrer neuen Führungsspitze haben die Vertreter der KV Hamburg auf bewährte Kräfte gesetzt: Walter Plassmann (Vorstandsvorsitzender) und Dr. Dirk Heinrich (Vorsitzender der Vertreterversammlung) stehen für eine Fortführung der bisherigen KV-Politik.

Im Vorstand kam es zu einer Rochade. Der bisherige Vize Plassmann übernimmt den Posten des Vorstandsvorsitzenden von Dieter Bollmann, der noch bis Jahresende im Vorstand als Vize bleibt.

Bollmann scheidet auf eigenen Wunsch nach 33 Jahren hauptamtlicher Tätigkeit in der KV Hamburg zum Jahresende aus Altersgründen aus.

Ein eingespieltes Team

Das Vorstandsduo gilt als eingespieltes Team, das sich blind vertraut. In der Vertreterversammlung hat Plassmann nicht nur Anhänger. Vertreter des Hausärzteverbandes äußern oft Kritik.

In der geheimen Abstimmung erhielt Plassmann 20 Stimmen, sechs votierten gegen den einzigen Kandidaten für den Posten und zwei enthielten sich. Wer nach Bollmann an der Seite Plassmanns stehen wird, ist offen.

Der Vorstandsposten wird im Juli ausgeschrieben, im September soll voraussichtlich die Entscheidung fallen.

Die KV Hamburg hatte sich, nach der Umstellung auf hauptamtliche Vorstände, als erste in Deutschland dazu entschieden, einen Vorstand ohne Ärzte zu berufen.

Volkswirt Bollmann und Jurist Plassmann haben ihre Aufgaben nach Auffassung der Mehrheit in der Vertreterversammlung seitdem hervorragend erfüllt. Für Bollmann gab es schon vor der offiziellen Verabschiedung stehenden Applaus.

Beide haben in der Vergangenheit eng mit Dr. Michael Späth zusammengearbeitet. Der Vorsitzende der Vertreterversammlung hatte auf der vergangenen Sitzung überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Als einziger Kandidat wurde Dr. Dirk Heinrich zum neuen Vorsitzenden mit 20 bei acht Neinstimmen gewählt.

Heinrich wählte scharfe Töne im Konflikt mit Kassen

Heinrich gehört der Mehrheitsfraktion in der Vertreterversammlung an und ist berufspolitisch erfahren. Auf Bundesebene ist er als Vorsitzender des NAV Virchowbundes und als Vorsitzender des Berufsverbandes der HNO-Ärzte bekannt.

In Hamburg hatte Heinrich in den vergangenen Jahren oft in Auseinandersetzungen mit Krankenkassen zu scharfen Tönen gegriffen. Sein Stellvertreter - der nicht zur Wahl stand - bleibt Hausarzt Dr. Stephan Hofmeister.

Mit Späth tritt der einflussreichste KV-Politiker der Hansestadt nach Jahrzehnten in der Standespolitik ins zweite Glied. Späth war lange Jahre unter anderem ehrenamtlicher KV-Vorstand. Der reibungslose Übergang zeigt, dass Späth den Wechsel hinter den Kulissen sorgsam vorbereitet hatte.

Späth stand stets für klare Positionen und kontroverse Diskussionen. Die gab es nach der Wahl Heinrichs auch über die Frage, ob Späth Ehrenvorsitzender werden soll. Einige Vertreter zeigten sich von diesem Antrag von Dr. Barbara Füner überrascht und hätten diese Frage gern zuvor hinter verschlossenen Türen beraten.

Dr. Frank Stüven vom Hausärzteverband gab klar zu verstehen, dass es zu häufig Meinungsverschiedenheiten mit Späth gegeben habe, um einem solchen Antrag zuzustimmen. Einige Vertreter äußerten Unbehagen über die Diskussion, weil diese Späth eventuell beschädigen könnte.

Abstimmung per Akklamation

Abgestimmt wurde dennoch - per Akklamation. Späth ist damit Ehrenvorsitzender. Die Diskussion darum nahm er locker und professionell: "Das ist gelebte Selbstverwaltung, das erlebe ich seit 25 Jahren. Es gibt nie nur eine Stimme."

Trotz Meinungsverschiedenheit über den Weg sieht er sich aber im Ziel weitgehend einig auch mit Kritikern.

Der Wechsel kommt für die KV in einer bewegten Zeit. Mit den Krankenkassen befindet sich die KV derzeit in einem Honorarkonflikt, der das Verhältnis schwer belastet und wohl nur vom Schiedsamt zu lösen sein wird.

Späth und Heinrich, die beide Konflikte gern auch öffentlich austragen, gelten als Verfechter einer harten Linie gegenüber den Kassen.

Zudem war zuletzt das Verhältnis zur Ärztekammer belastet, weil die Spitzen beider Körperschaften in wichtigen Fragen über das Hamburger Ärztehaus und das gemeinsame Ärzteblatt unterschiedliche Auffassungen vertreten.

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