Ärzte Zeitung online, 16.12.2013

Brandenburg

Patientenbus fährt nicht mehr

Aus den Dörfern in die Städte Buckow und Müncheberg und zurück: Das war die Idee des Patientenbusses, der Ende 2012 in Betrieb genommen worden war. Die Fahrgastzahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück - und jetzt ist Schluss.

Patientenbus fährt nicht mehr

Der "KV RegioMed Patientenbus" in Brandenburg hat ausgeident.

© KVBB

POTSDAM / BUCKOW. Der "KV RegioMed Patientenbus" wird künftig nicht mehr in Müncheberg und dem Amt Märkische Schweiz unterwegs sein.

Das Pilotprojekt wurde mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember beendet. Ein Folgeprojekt gibt es vorerst nicht.

Der Patientenbus ist im Dezember 2012 als Kooperation der Arbeitsgemeinschaft IGiB (Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg) von KV Brandenburg (KVBB), AOK Nordost und Barmer GEK mit dem Landkreis Märkisch-Oderland, der Stadt Müncheberg und dem Amt Märkische Schweiz gestartet.

Er sollte immer dienstags Patienten aus den Dörfern zu den Ärzten in die Städte Buckow und Müncheberg bringen.

Für den Landkreis und die Kommune sei der Patientenbus hinter den erhofften Fahrgastzahlen und hinter den wirtschaftlichen Erwartungen zurückgeblieben, so Jörg Schleinitz vom Landkreis Märkisch-Oderland.

30 Fahrgäste haben nach seinen Angaben im Durchschnitt pro Monat den Bus genutzt. Davon sei nur ein kleiner Teil tatsächlich zum Arzt gefahren.

Kein Stopp an der Arztpraxis möglich

Ein Problem zeichnete sich schon kurz nach dem Start ab. Als Bus des öffentlichen Nahverkehrs durfte der Patientenbus nur an offiziellen Haltestellen stoppen.

Ältere, in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen, die mit dem Angebot erreicht werden sollten, müssten aber direkt zur Arztpraxis gebracht werden.

"Innovationen müssen erdacht, diskutiert und getestet werden. Nur dann können wir erkennen, ob und wie sie Sinn machen", so die Bilanz von KVBB-Chef Dr. Hans-Joachim Helming.

AOK-Nordost-Chef Frank Michalak forderte: "Wir brauchen Lösungen, mit denen wir Menschen aus dünn besiedelten, ländlichen Regionen zum Arzt befördern, auch um die immer stärker beanspruchten Ärzte zu entlasten."

Claudia Korf, Landesgeschäftsführerin für Berlin-Brandenburg der BarmerGEK zeigte sich überzeugt, dass der Patientenbus einen Beitrag zur Versorgungssicherung in der Fläche leisten könne. Er sei aber kein Allheilmittel. (ami)

[16.12.2013, 13:16:59]
Dr. Richard Barabasch 
"ja wenn wir das gewußt hätten" . . . .
Pfiffige redaktionelle Arbeit wäre, jene "Damals-Kommentare" vorzukramen, die vor Institutionalisierung der "Innovation Patientenbus" eindeutig warnten und vorhersagten, dass es so nicht gehen kann, wie sich das die Damen und Herren am grünen Tisch mit serviertem Kafee vorstellten: nämlich eindeutig falsch, von Anfang an. Ein Patientenbus ohen "die Patienten" REALITER zu berücksichtigen muss eben pleite gehen.Aber keiner der flotten Organisierer hörte auf die, die es wußten, dass es so niemals gehen kann,
meint
Richard Barabasch zum Beitrag »

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