Ärzte Zeitung, 22.06.2015

Hartmannbund

Zehn Euro für Notfalldienst

LEIPZIG. Der Vorsitzende des Hartmannbundes in Sachsen, Dr. Thomas Lipp, fordert eine Gebühr für Notfall-Patienten. Wer den Kassenärztlichen Notfalldienst in Anspruch nehme, sollte zehn Euro bezahlen, sagte Lipp der "Leipziger Volkszeitung". Für eine Behandlung in der Notfallaufnahme sollten 20 Euro fällig werden.

"Es gibt zunehmend Fehlinanspruchnahmen beim Notdienst", so der Allgemeinmediziner. Viele Patienten, die abends oder am Wochenende in die Notaufnahme kämen, könnten bis zum nächsten Tag warten und ihren Hausarzt aufsuchen. "Das Problem ist seit Längerem bekannt", sagte Lipp, der auch dem Vorstand der sächsischen Landesärztekammer angehört.

Die Patientengebühr sei eine "Schutzgebühr gegen Missbrauch". Lipp verwies dazu auf ein Gutachten der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA). Jeder dritte Patient im Notdienst hätte danach auch von seinem Hausarzt versorgt werden können. (lup)

[23.06.2015, 21:27:07]
Dr. Christoph Luyken 
"Die Geister, die ich rief...."
Der zunehmende Mißbrauch des Notfaldienstes war vorauszusehen. Die Notfalldienstreform ist nämlich total in die falsche Richtung gelaufen. Sie generiert die vermehrte Nachfrage nicht nur selbst, sondern ist zur Finanzierung sogar darauf angewiesen.
Das Desaster haben unsere Funktionäre selbst zu verantworten. Die Chance, den schwarzen Peter den krankenKassen oder der Politik zuzuschieben, haben sie (auf unsere, d.h. der Niedergelassenen Kosten!!) gründlich vermasselt. zum Beitrag »
[22.06.2015, 11:52:43]
Dipl.-Med Gesine Liesong 
unberechtigte Inanspruchnahme des Notfalldienstes
Meiner Meinung nach müßte es doch möglich sein, auf den auszufüllenden Notfallscheinen einen Abrechnungsvermerk anzubringen, der besagt, dass die Inanspruchnahme des Notdienstes nicht gerechtfertigt war und auf Grund dieses Vermerkes muß sich die entsprechende Krankenkasse das Geld vom Versicherten holen.
Aber die Kassen wollen sich bei den Patienten ja nicht unbeliebt machen.
Die 10 Euro zu kassieren, wäre zwar sinnvoll, aber dann liegt der Schwarze Peter wieder bei uns Ärzten, die wir ja sowieso nur oder oft genug als Abzocker gelten.
Außerdem wasist mit dem patienetn, der das Geld nicht hat oder nicht dabei hat? Dienst mit Abbuchungsgerät für die Geldinstitute?
Irgendwann sollten doch auch mal die Kassen für die "Erziehung" ihrer Kunden in die Pflicht genommen werden. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »