Ärzte Zeitung online, 24.11.2015

GOÄ-Reform

Streit schwelt weiter

An den Inhalten der neuen GOÄ scheiden sich weiterhin die Geister: Eine Info-Veranstaltung der Bundesärztekammer hat den Clinch mit Haus- und Fachärzten nicht beilegen können. Im Gegenteil: Der NAV-Virchow-Bund teilt weiter gegen die BÄK aus.

Von Anno Fricke

Streit schwelt weiter

BÄK-Verhandlungsführer Dr. Theodor Windhorst bekräftigt: "Wir werden ein Plus einfordern!" (Archivbild)

© Alex Kraus

BERLIN. Die Misstöne zwischen Bundesärztekammer (BÄK) und der ärztlichen Basis in der Debatte über die Inhalte einer neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) klingen weiter.

Die Bundesärztekammer sieht sich ausreichend legitimiert für die Verhandlungen über eine neue GOÄ. Ein außerordentlicher Ärztetag sei nicht notwendig, sagte BÄK-Verhandlungsführer Dr. Theodor Windhorst nach einem Informationsgespräch mit Verbänden der Haus- und Fachärzte am Dienstag.

Die Bundesärztekammer habe kein Mandat der Ärzteschaft, die bislang bekannt gewordenen Punkte einer neuen GOÄ so zu verhandeln, hielt der NAV-Virchowbund unmittelbar nach dem Treffen dagegen.

"Werden ein Plus einfordern"

Eine klare Aussage, welches Honorarplus die BÄK anstrebt, ließ sich Windhorst am Dienstag nicht entlocken. "Wir werden ein Plus einfordern", sagte Windhorst.

Ob das gemäß der Anträge der zurückliegenden Ärztetage die Höhe eines Inflationsausgleichs seit den letzten GOÄ-Änderungen 1982 oder zumindest der Teilrevision 1996 erreichen könne, wollte Windhorst nicht nennen.

Nach den bisherigen Plänen sollen Ärzte künftig grundsätzlich nur zum einfachen Satz abrechnen können. Der solle aber in etwa in der Höhe des jetzigen 2,3-fachen Satzes liegen, sagte Windhorst.

Möglich werden soll eine Verdoppelung des einfachen Satzes, wenn sich eine Behandlung auf einer Positivliste findet. Darin aufgeführte Prozeduren sollen von der PKV ohne Nachfragen bezahlt werden. Geplant sei zudem, die sprechende Medizin aufzuwerten sowie Zuschläge zum Beispiel für Pädiatrie und Psychiatrie zuzulassen.

Letzte Entscheidung liegt beim Gesundheitsministerium

Die umstrittene Gemeinsame Kommission (GeKo), die künftig die Entwicklung der GOÄ bestimmen soll, soll mit vier Ärzten und vier Vertretern der Kostenträger besetzt werden.

Eine Schlichtung wie im Bewertungsausschuss der Vertragsarztmedizin solle es nicht geben, kündigte Dr. Bernhard Rochell an, der noch in die Verhandlungen eingebundene neue Verwaltungsdirektor der KBV. Jede strittige Entscheidung solle letztendlich im Gesundheitsministerium gefällt werden.

Schon am Wochenende werden die Verhandlungen fortgesetzt. Eine Rechtsverordnung erwarten die BÄK-Vertreter im ersten Quartal 2016, ebenso einen Referentenentwurf für die dafür nötige Änderung der Bundesärzteordnung.

Zielmarke für die Einführung der neuen GOÄ sei der erste Oktober 2016. Daran anschließen soll sich ein 36-monatiges Monitoring, um die Honorarentwicklung unter den neuen Bedingungen zu beobachten.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
GOÄ auf Messers Schneide

[25.11.2015, 12:40:04]
Dr. Christoph Schay 
gescheitert!
An der Reform der GOÄ ist Herr Dr. Windhorst sang und klanglos gescheitert und sollte sein Mandat zurück geben. Die vorliegenden Vorschläge führen zu einer Verschlechterung der jetzigen Honorarsituation und gehören auf dem Verhandlungsmüllplatz der Körperschaften, insbesondere der Ärztekammer. Es ist weder eine neue Kommission, weder eine Positivliste, weder eine Negativliste erwünscht. Wir benötigen eine zeitgemäße Abbildung aller ärztlichen Leistungen und eine dringende Anpassung an die gestiegenen Praxiskosten, plus Inflationsausgleich.
Sehr gute Medizin zum Nulltarif gibt es nicht!  zum Beitrag »
[25.11.2015, 11:14:46]
Hildegard Fuchs 
Die GOÄ-Novelle - eine Farce
Die gesamte Diskussion um die neue GOÄ und ihre Inhalte, Auswirkungen etc. ist überflüssig, da sie in der angedachten Version verfassungswidrig ist! Während bei den Zahnärzten in der GOZ die in der jetzigen GOÄ geltenden Vorschriften und Möglichkeiten zum Tragen kommen - u. a. nämlich die Nutzung des variablen Gebührenrahmens - wird den Ärzten dieses Recht mit der neuen GOÄ versagt. Das ist ein klarer Verstoß gegen Art. 3 GG - die Chancengleichheit wird damit vernichtet. Wenig amüsant, aber dennoch tägliche Praxis: Ein Zahnarzt müsste künftig nach zwei unterschiedlichen Regelwerken seine Leistung(en) bewerten - (k)ein Witz?! Was haben sich die Verantwortlichen dabei gedacht? Und die Einführung eines neuen Bewertungsausschusses mit den ominösen Kompetenzen ist ebenfalls mehr als überflüssig, da ein teurer Verwaltungswasserkopf entsteht, der keinerlei Nutzen hat. Es besteht derzeit ein Gebührenordnungsausschuss bei der BÄK und es gibt einen Konsultationsausschuss für Gebührenordnungsfragen - wozu noch ein Ausschuss? Der gesamte Entwurf ist ein Fall für den Schredder! Schulisch gesehen: Themaverfehlung! Setzen, sechs!
Hildegard Fuchs
18513 Grammendorf zum Beitrag »
[24.11.2015, 18:38:30]
Dr. Henning Fischer 
das ist keine Satire

das ist entsetzlicher Schweinkram!

kriminell!

Die Verantwortlichen sollten sich in Grund und Boden schämen!
 zum Beitrag »
[24.11.2015, 12:09:32]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
GOÄneu – Lachen und Realsatire mit der BÄK
Gibt man in die Ärzte Zeitung/Suchmaschine die Begriffe „GOÄ und BÄK“ ein, kommt bei insgesamt 219 Meldungen auf Seite 19 unter

http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/aerztliche_verguetung/article/523432/baek-vorschlag-neue-goae-kommt-2009.html
„Ärzte Zeitung, 28.11.2008 - BÄK: Vorschlag für neue GOÄ kommt 2009
DÜSSELDORF (iss). Die Bundesärztekammer (BÄK) will dem Bundesgesundheitsministerium im Laufe des Jahres 2009 einen Vorschlag für eine neue Gebührenordnung für Ärzte [GOÄneu]unterbreiten. Das kündigte der BÄK-Präsident Professor Jörg-Dietrich Hoppe auf der Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein an.“

Auf Seite 20 fand ich bereits
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/483328/leistungsbeschreibungen-neue-goae-fertig.html
„Ärzte Zeitung, 20.02.2008 - Leistungsbeschreibungen für neue GOÄ fertig - BÄK-Ausschuss zur Gebührenordnung für Ärzte schlägt moderate Erhöhung vor / Abschläge für Laborleistungen?
SAARBRÜCKEN (kin). Der GOÄ-Ausschuss der Bundesärztekammer hat die Beschreibung der einzelnen Leistungen in der neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) jetzt unter Dach und Fach. "Wir haben die letzten Teile besprochen", teilte der Ausschuss-Vorsitzende Dr. Franz Gadomski nach einer Arbeitssitzung des Gremiums am Montagabend in Saarbrücken mit. "Jetzt ist die Bewertung der Leistungen in vollem Gange". Mit ersten Zahlen rechnet Gadomski Mitte des Jahres. "Wir schlagen insgesamt moderate Erhöhungen vor", erklärte er. Dabei solle es deutliche Abschläge für Laborleistungen geben.“

Es geht doch nichts über Real-Satire!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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