Frühjahrstagung der Hausärzte

Fernbehandlung nur unter klar definierten Regeln!

Digitalisierung ja, aber nur wenn die Behandlungsqualität gesichert bleibt, hieß es bei der Hausärztetagung.

Veröffentlicht:
Bei einer möglichen Reform des Fernbehandlungsverbots gilt es sicherzustellen, dass der persönliche Arzt Patientenkontakt auch zukünftig die Regel bleibt, so eine Forderung des Hausärzteverbands.

Bei einer möglichen Reform des Fernbehandlungsverbots gilt es sicherzustellen, dass der persönliche Arzt Patientenkontakt auch zukünftig die Regel bleibt, so eine Forderung des Hausärzteverbands.

© Willi Nothers / DITG

SYLT. Die Delegierten des Deutschen Hausärzteverbandes forderten auf ihrer Frühjahrstagung auf Sylt am vergangenen Samstag klare Regeln bei einer möglichen Reform des Fernbehandlungsverbotes nach § 7 Absatz 4 MBO-Ä. "Die Bundesärztekammer wird aufgefordert, bei einer möglichen Reform des Fernbehandlungsverbots sicherzustellen, dass der persönliche Arzt Patientenkontakt auch zukünftig die Regel bleibt", heißt es in dem entsprechenden Antrag, den die Delegierten am Samstag einstimmig angenommen haben. Und weiter: "Ausnahmen, bei denen auch ohne vorherige persönliche Konsultation eine ärztliche Leistung per Fernbehandlungen erbracht werden, müssen klar definierten Regeln unterliegen".

Einig war man sich, dass die Potenziale digitaler Lösungen so ausgeschöpft werden müssten, dass sie helfen, die Qualität der Behandlung zu sichern und die Bürokratie abzubauen. Sie sollten aber nicht dazu dienen, die Behandlung schneller und billiger zu machen. Das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient müsse Ausgangspunkt der ärztlichen Behandlung bleiben. In seinem Bericht zur Lage bezeichnete es Ulrich Weigeldt, Vorsitzender des Hausärzteverbandes, als eine der wichtigsten Herausforderungen der kommenden Jahre, den Versorgungsalltag über die Digitalisierung spürbar zu erleichtern.

Die Lockerung des Fernbehandlungsverbotes wird auch eines der großen Themen auf dem 121. Deutschen Ärztetag im Mai in Erfurt sein. Derzeit folgen nur zwei Länderkammern einer alternativen Regelung zum § 7 Absatz 4 MBO-Ä. Und zwar Baden Württemberg, wo das Verbot für Modellprojekte gelockert wurde und die Kammer Schleswig-Holstein, wo ab Sommer die telefonische Beratung durch einen Arzt auch ohne persönlichen Erstkontakt zum Patienten erlaubt sein wird.

In seiner Rede lobte Weigeldt zudem die Absicht der Großen Koalition, Hausärzte unter anderem in drohend unterversorgten Gebieten besser zu vergüten. Er mahnte aber auch: "Wo die Stärkung der Hausärzte drauf steht, muss auch die Stärkung der Hausärzte drin sein!" Die guten Absichten dürften nicht in den Mühlen der Selbstverwaltung zermahlen werden. Kritisch sieht es Weigeldt, zukünftig wöchentlich 25 Stunden Mindestsprechstundenzeit anbieten zu sollen. Hier sei offenbar die "Kassen-Lobby am Werk" gewesen, mutmaßte der Hausärzte-Chef.

In einem Leitantrag forderten die Delegierten dann auch unter anderem, die Koalition solle von der Erhöhung der Mindestsprechstundenzahl von 20 auf 25 Stunden pro Woche absehen. (cben)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne aus Berlin

Die Glaskuppel zu Wartezeiten in Arztpraxen: Ultimative Fragen

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Lesetipps
Eine Krankenschwester misst die Temperatur einer älteren Frau mit einem berührungslosen Infrarot-Thermometer.

© amnaj - stock.adobe.com

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!

Ein Mann schwimmt in einem Schwimmbecken.

© TeamDF / stock.adobe.com

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft