Ärzte Zeitung, 16.09.2008

Kardiologe vor dem Kadi

Pole soll 18 000 Euro für Operation verlangt haben

WARSCHAU (sbe). Der polnische Kardiochirurg Miroslaw G, der nach Aussagen polnischer Medien Patienten wie Ware behandelt haben soll, wird angeklagt.

Der Vorwurf der Warschauer Kreisstaatsanwaltschaft: Korruption in 41 Fällen sowie Mobbing. Die Anklage richtet sich gegen ihn sowie 22 Personen, die für ihn das Geld eingetrieben haben sollen.

Dem Mediziner drohen bis zu zehn Jahre Haft für Korruption und zwei wegen Mobbing. Der Fall beschäftigt Polen seit geraumer Zeit, der eine der größten seiner Art in dem Land ist.

In Polen ist es nicht selten, dass Ärzte in den staatlichen Kli und sich komplizierte Operationen zusätzlich vergüten lassen. Miroslaw G. soll für eine Herz-OP bis zu 18 000 Euro verlangt haben. Als die staatliche Antikorruptionsbehörde CBA im Frühjahr 2007 eine Hotline einrichtete, bei der sich geschädigte Patienten melden konnten, riefen spotan rund 500 Kranke an.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »