Ärzte Zeitung, 17.01.2011

Schweiz führt Alternativmedizin auf Probe ein

BERN (HL). Anthroposophische Medizin, Homöopathie, Neuraltherapie, Phytotherapie und Traditionelle Chinesische Medizin werden ab 2012 in der Schweiz eine Leistung der obligatorischen Krankenversicherung.

Alle komplementärmedizinischen Methoden müssen binnen sechs Jahren auf ihre Wirksamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit evaluiert werden.

Diese Entscheidung hat Gesundheitsminister Didier Burkhalter in der vergangenen Woche getroffen. Grundlage dafür ist ein Volksentscheid der schweizerischen Bürger im Juni vergangenen Jahres, bei dem 67 Prozent für die bedingte Aufnahme komplementärmedizinischer Leistungen in die medizinische Grundsicherung gestimmt hatten.

Die Entscheidung hat weitreichende Folgen für das schweizerische Gesundheitswesen, vor allem auch für die Qualifizierung der Medizin-Berufe und für die Forschungsanstrengungen, die unternommen werden müssen.

So sollen komplementärmedizinische Inhalte in die Ausbildungsziele der Studiengänge für Humanmedizin, Zahnmedizin und Pharmazie integriert werden.

Die Zulassung von komplementärmedizinischen und traditionellen Arzneimitteln soll erleichtert werden. Die Forschung soll gefördert werden, indem die Komplementärmedizin Zugang zu Forschungsmitteln erhält.

An den Universitäten werden Lehrstühle für Komplementärmedizin geschaffen; realisieren müssen dies die Kantone.

[20.01.2011, 17:11:19]
Herbert Holliger 
Komplementärmedizin hat sich längst bewährt und kostet weniger!
Der so witzige Herr Prof. Dr. Volker von Loewenich hat offenbar ein absolut veraltetes Menschenbild und fragwürdiges Demokratieverständnis, indem er die Stimmbürgerinnen und -bürger der Schweiz für inkompetent erklärt und bildet sich ein - wohl ganz ohne eigene Erfahrung mit Komplementärmedizin! - alles besser zu wissen. Dagegen haben 67 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer mit den zum Teil seit Jahrtausenden bewährten Methoden der Komplementärmedizin über Jahrzehnte so gute Erfahrungen gemacht, dass sie und sämtliche Kantone diese im Mai 2009 in unserer Staatsverfassung verankert haben. Und dies obwohl sich selbstverständlich auch hier die unbelehrbaren Materialisten mit allen Mitteln zur Rettung ihrer überholten Ideologie und lukrativen Pfründe weiterhin mit Verleumdungen, Diffamierung, blöden Witzen usw. dagegen wehren.

Alles nur Rückzugsgefechte, denn die Komplementärmedizin ist nicht mehr aus dem Gesundheitswesen zu verdrängen. Nicht nur die Patientinnen und Patienten vertrauen dieser zunehmend, sondern auch staatlich finanzierte Studien haben die großen Vorteile bewiesen, die ganzheitlich orientierte – im Vergleich mit den rein schulmedizinischen – Arztpraxen haben. Dies wurde von 1999 bis 2005 - als die fünf genannten Methoden (übrigens ohne messbare Mehrkosten!) bereits über die obligatorische Krankenversicherung vergütet wurden – in wissenschaftlichen Begleitstudien eindeutig nachgewiesen. In der Schweizerischen Ärztezeitung der FMH sind am 5. Mai 2010 die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts «Programm Evaluation Komplementärmedizin» - nach jahrelangen Verhinderungsversuchen! - endlich publiziert und zusammenfassend so kommentiert worden:

«Konsultationen bei Ärzten, die zusätzlich zur Schulmedizin Komplementärmedizin auf der Basis eines entsprechenden Fähigkeitsausweises einsetzen, dauern zwar deutlich länger als jene bei reinen Schulmedizinern. Dennoch sind die Kosten zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung pro Patient und Jahr nicht höher und diejenigen pro Arzt und Jahr um 29 Prozent tiefer. Die sehr patientenzentrierte Grundversorgung, wie sie Komplementärmediziner mit FMH-Fähigkeitsausweis betreiben, hat eine höhere Patientenzufriedenheit zur Folge.»

Und dies obwohl die von Komplementärmedizinern behandelten Patientinnen und Patienten durchschnittlich kränker waren! Wer kann da noch zweifeln?
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[18.01.2011, 15:28:40]
Prof. Dr. Volker von Loewenich 
Alternativmedizin auf Probe
Das kommt dabei heraus, wenn man den mündigen Bürger über etwas entscheiden läßt, wovon er nichts versteht aber starke Gefühle dafür hegt. Aber naja, die Schweiz hat offensichtlich genug Geld übrig für diesen Populismus, für neue Lehrstühle und eine neue Forschung, auf deren Qualität ich gespannt bin. Ein interesssantes Ergebnis sei schon mal mitgeteilt, gehört von zwei alten Damen in einem Frankfurter Wartezimmer: "Ei die Nadurmiddel sind ja gut, abber die habbe den Nachdeil dass so lang dauert bis dass se wirge." Bis dahin ist der Schnupfen dann ja auch wohl überstanden.
Prof. Dr.med. Volker von Loewenich, Frankfurt am Main zum Beitrag »

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