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Ärzte Zeitung, 25.10.2011

Schwere Vorwürfe gegen Ärzte in Syrien

NEU-ISENBURG (bee). Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat schwere Vorwürfe gegen Ärzte und Klinikpersonal in Syrien erhoben.

Schwere Vorwürfe gegen Ärzte in Syrien

Verletzte in einem Krankenhaus in Latakia: Ärzte in syrischen Kliniken sollen die Patienten nicht ausreichend behandelt haben.

© Str / epa / dpa

Laut einem Bericht der Organisation wurden verwundete Demonstranten in Kliniken nicht ausreichend versorgt.

"Die syrische Regierung hat Kliniken und medizinisches Personal in Instrumente der staatlichen Repression verwandelt", heißt es im Bericht.

Private wie staatliche Kliniken seien angewiesen worden, Patienten den Behörden zu melden, die Schusswunden erlitten oder andere Verletzungen von den Demonstrationen davon trugen.

"Keine sicheren Orte für Demonstranten"

Für die Demonstranten seien die Kliniken inzwischen keine sicheren Orte mehr. Ärzte und Klinikpersonal, die sich dem staatlichen Druck widersetzen, werden von Sicherheitskräften bedroht.

Die Organisation listet zahlreiche Fälle auf, in denen Verwundete von Pflegern oder Schwestern misshandelt oder von Ärzten nicht ausreichend versorgt wurden.

Auch gebe es Fälle, in denen Sicherheitspersonal Patienten während der Operation aus den Kliniken abtransportiert hätten.

[25.10.2011, 20:30:43]
Dipl.-Med Wolfgang Meyer 
Der Mensch/Arzt ist wohl noch nicht so weit!
Diese Meldungen weisen darauf hin, wie weit wir noch oder wieder oder eigentlich immer wieder von einer humanen Welt entfernt sind. Sie machen deutlich, wie wichtig Öffentlichkeit für solche Zustände ist. Sie weisen darauf hin, wie wesentlich nach wie vor der Kampf um Demokratie und Freiheit ist und wie bedroht unsere Errungenschaften für die sich immer wieder auch oder gerade Ärzte eingesetzt haben. Hoffentlich erheben auch wir unsere Stimme als Ärzte in einem "noch" relativ freien Land, um solche verhängnisvollen Entwicklungen zumindest zu benennen und Unmenschlichkeit ans Tageslicht zu bringen. Hier brauchen unsere Kollegen in Syrien sowohl konstruktive Kritik als auch das Wissen darum, daß wir unethisches Verhalten in der Diktatur mit wachem Blick wahrnehmen, wohlwissend um unsere Verantwortung für solche und andere Taten unter den Gegebenheiten im Dritten Reich. zum Beitrag »

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