Ärzte Zeitung, 26.02.2010
AOK mit 771 Millionen Euro Überschuss
Die AOK hat im vergangenen Jahr rund 65 Milliarden Euro (plus 6,2
Prozent) für Leistungen ihrer Versicherten ausgegeben. Dabei wurde
ein vorläufiger Überschuss von 771 Millionen Euro (minus 40
Millionen Euro) erreicht.
Von Helmut Laschet
BERLIN. Der Vorstandsvorsitzende der AOK, Herbert Reichelt,
führt dies unter anderem auf die Arzneimittel-Rabattverträge
und die Disease-Management-Programme zurück. Die Anstrengungen der
AOK, bereits frühzeitig in Leistungs-, Qualitäts- und
Kostenmanagement zu investieren und eine Vorreiterrolle bei neuen
Vertragsmodellen und Versorgungsprogrammen zu übernehmen,
hätten sich ausgezahlt.
Allerdings hat auch der Gesundheitsfonds mit dem
morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich zu dem Ergebnis
beigetragen. Die neuen Wettbewerbsbedingungen führen zu einer
stärkeren Berücksichtigung der Einkommens- und
Krankheitsrisiken der Versicherten.
Außerdem hat die AOK im vergangenen Jahr 50 000 neue
Mitglieder hinzugewonnen, vor allem junge Berufstätige und
Familien mit Kindern. Damit wurde ein seit Mitte der 90er Jahre
existierender Negativtrend zu Lasten der AOK durchbrochen.
Mit Blick auf die Finanzentwicklung der gesetzlichen Kassen in den
Jahren 2010 und 2011, für die Defizite von vier und elf Milliarden
Euro prognostiziert werden, fordert Reichelt kurzfristig wirkende
Ausgabenbegrenzungen. Schon in diesem Jahr müsse der Gesetzgeber
auch bei den Leistungsanbietern "an der Wettbewerbsschraube drehen, um
Wirtschaftlichkeitspotenziale zu heben".

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