Ärzte Zeitung, 06.07.2010
Rösler
kappt Honorar bei Hausarztverträgen
Sie haben getagt, gestritten, getagt und wieder
gestritten. Jetzt
hat sich die Koalition auf Eckpunkte für eine Gesundheitsreform
verständigt. Im Kern beinhaltet das Paket Ausgabenkürzungen und höhere
Versichertenbeiträge.
Von Thomas Hommel
BERLIN. Fast acht Monate lang
haben Union und FDP miteinander
gerungen, wie ihre Gesundheitsreform aussehen soll. Am
Dienstagnachmittag war es dann endlich so weit.
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) stellte in Berlin ein
Reformkonzept vor - bestehend aus Änderungen auf der Einnahmenseite und
kräftigen Einsparungen auf der Ausgabenseite der gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV).
Der Reihe nach:

Endlich mal Grund zur Freude: Gesundheitsminister Philipp Rösler stellte am Dienstag in Berlin Reform-Eckpunkte vor.
© dpa
Beitragssatz: Der paritätisch finanzierte
Beitragssatz zur GKV
wird von 14,9 auf 15,5 Prozent angehoben - also auf das Niveau vor der
Senkung durch das Konjunkturpaket II. Der nur vom Arbeitnehmer zu
zahlende Beitrag von 0,9 Prozent bleibt erhalten. Somit zahlen
Arbeitgeber künftig 7,3 Prozent, Arbeitnehmer 8,2 Prozent des
Bruttoeinkommens.
Der Arbeitgeberbeitrag wird anschließend auf
der
Höhe von 7,3 Prozent "festgeschrieben". Damit würden die
Gesundheitskosten von den Arbeitskosten "für die Zukunft" entkoppelt,
so Rösler. Künftige "unvermeidbare" Ausgabenzuwächse würden durch
Zusatzbeiträge finanziert.
Zusatzbeitrag: Der
Extraobolus für
die GKV, der von den Versicherten alleine gestemmt werden muss, wird
komplett freigegeben. Heißt im Klartext: Kassen können künftig selbst
entscheiden, wie viel sie an Zusatzbeitrag sie erheben. "Wir mischen
uns da nicht mehr ein", so Rösler. Dennoch solle es sozial gerecht
zugehen bei den Extrabeiträgen.
Dies will die Koalition wie
folgt
sicherstellen: Übersteigt der durchschnittliche Zusatzbeitrag zwei
Prozent des individuellen sozialversicherungspflichtigen Einkommens,
werde er mit Hilfe von Steuermitteln sozial ausgeglichen. In 2011
stelle der Bund dafür rund zwei Milliarden Euro an Steuermitteln
bereit. Rösler betonte, die Kassen erhielten mit der "Weiterentwicklung
des Zusatzbeitrags" wieder mehr Finanzautonomie. Das entspreche einer
wichtigen Zielsetzung des Koalitionsvertrags. Außerdem würde über die
Weiterentwicklung des Zusatzbeitrags der Einstieg in eine
Finanzierungsgrundlage der GKV, die langfristig stabil sei. "Wir müssen
das System langfristig auf solide Füße stellen", so Rösler.
Ausgabenkürzungen:
Nahezu alle Bereiche im Gesundheitswesen müssen sich auf Null- oder
sogar Minusrunden einstellen. Das Einsparvolumen bei Krankenkassen,
Krankenhäusern, Ärzten sowie Pharmaindustrie beläuft sich laut
Koalition im Jahr 2011 auf etwa 3,5 Milliarden Euro. In 2012 soll die
Summe auf etwa vier Milliarden Euro steigen.
Im ambulanten
ärztlichen Bereich sollen 350 Millionen eingespart werden. Außerdem
soll das Vergütungsniveau bei den Hausarztverträgen auf das im
KV-System gültige Honorarniveau gesenkt werden. Dadurch versprechen
sich Union und FDP noch einmal Einsparungen in Höhe von rund 500
Millionen Euro. Wichtig in diesem Zusammenhang: Für Hausarztverträge,
die bis zum Kabinettsbeschluss unterschrieben werden, soll
Bestandsschutz gelten.
Lesen Sie dazu auch:
Rösler
kappt Honorar bei Hausarztverträgen
Koalition
rauft sich bei GKV-Reform zusammen
Krankenkassen
kritisieren Eckpunkte zur Gesundheitsreform
Lesen Sie dazu auch die Stellungnahmen:
Wirtschaftsrat
warnt vor Flickschusterei
Gewerkschaften
mahnen Parität an
SPD
fordert Rücktritt Röslers
Hartmannbund:
"Mit Axt statt Skalpell operiert"
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| [07.07.2010, 19:21:33] |
| Dr. Carl Scherer
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| Ende der Hausarztverträge - Ende der Hausärzte
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Unter den gegebenen Budgetbedingungen kann man als Hausarzt
nicht mehr dahinvegetieren.
Die Hausarztverträge waren unsere einzige Hoffnung noch.
Ich schliesse mich Herrn Assmann an.
Gratulation,Herr Jacobs, erst abwarten, bis die Hausarzt-
vertragsquoten nivelliert werden und dann umsonst Verträge
anbieten und die online-Anbindung gratis dazu bekommen. zum Beitrag »
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| [07.07.2010, 07:47:42] |
| Erika Derzbach
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| Das Loch im Gesundheitswesen
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Daß der Patient "Gesundheitswesen" so krank ist, war schon lange zu vermuten. Es sieht aus, als sei er endgültig und unheilbar krank. Und die lieben Menschen, die mit viel Engagement und Überzeugung arbeiten gehen,im Gesundheitswesen sehr häufig im Niedriglohnbereich, wenn sie denn überhaupt noch einen Job haben, die müssen mal wieder herhalten... Ein Loch ist im Eimer, Frau Merkel, Frau Merkel, ein Loch ist im Eimer, Frau Merkel, ein Loch...Dann stopf es,Herr Rösler, Herr Rösler, dann stopf es.... usw. Am Ende bleibt's bei dem Loch. Das läßt sich nur noch mit Sarkasmus aushalten! zum Beitrag »
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| [06.07.2010, 16:43:35] |
| Dr. Thomas Assmann
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| Das wars !
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Ende des Hausarztverträge, ende des weitern hausärztlicheb versorung der
Patienten im ländlichen Raum, ende jeglicher Niederlassung
Ab in die Schweiz zum Beitrag »
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