Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung, 14.08.2012

Kommentar zur Praxisgebühr

Das "Monster" ist zurück

Von Anno Fricke

Die Ärzte haben einen neuen Verbündeten im Kampf gegen das "Bürokratiemonster" Praxisgebühr - die Techniker Krankenkasse. Aber warum nur?

Das erste Aufregerthema des neuen TK-Chef Jens Baas ist geschickt gewählt. Ausdrücklich begründet er seine Forderung nach einer Abschaffung der weithin ungeliebten Zuzahlung mit den Finanzpolstern der Kassen und des Gesundheitsfonds. Das lässt aufhorchen. Nach wie vor schwebt nämlich über der Techniker Krankenkasse und anderen Kassen mit dickem Plus auf dem Konto das Damoklesschwert, zu einer Prämienrückzahlung gezwungen zu werden. Da kann ein wenig Ablenkung nicht schaden.

Es geht aber um mehr, als nur das Sommerloch zu füllen. Die Gebühr hat nur in ihren Anfängen zu weniger Arztbesuchen geführt. Seither hat sie ihre Aufgabe als Steuerungsinstrument weitgehend verloren. Geblieben ist ein Finanzierungsinstrument, das die Ärzte für die Kassen einziehen müssen.

Vereinbart hat die Koalition, die Gebühr künftig unbürokratisch zu erheben, eine noch offene Aufgabe. Bürokratie und das oft sinnlose Ausstellen von Überweisungen auf Vorrat bergen Einsparpotenziale. Die entfalten sich aber nur, wenn die Gebühr nicht länger in den Praxen eingezogen werden muss.

Lesen Sie dazu auch:
TK für Abschaffung: Streit um Praxisgebühr neu entfacht

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16610)
Praxisführung (14757)
Organisationen
TK (2283)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »