Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung, 06.05.2014

Kommentar zur Behandlungsfehler-Statistik

Gleiche Schlüsselreize

Von Anno Fricke

Angesichts der Zahl von mehr als 700 Millionen Behandlungsfällen in den Sprechzimmern der niedergelassenen Ärzte und in den Krankenhäusern sind die tatsächlich festgestellten ärztlichen Behandlungsfehler äußerst gering. Die Zahlen haben sich seit der ersten Veröffentlichung 2012 kaum verändert.

Und dennoch erfolgt Jahr für Jahr ein ähnliches Ritual: Wenn der Medizinische Dienste der Krankenversicherung seine Fehlerstatistik veröffentlicht, löst er bei den Akteuren Schlüsselreize aus, in Konfrontationsmustern zu verharren.

In diesem Jahr werfen die Bundesärztekammer und die Kliniken der AOK zu Recht ihre Hochrechnung vom Januar vor, in den Kliniken kämen jedes Jahr 19.000 Menschen aufgrund von Behandlungsfehlern zu Tode. Die AOK liest aus den diametral zu ihrem eigenen Ergebnis stehenden Zahlen des MDK, dass der Kliniksektor zu wenig am Bedarf der Patienten orientiert sei.

Wichtig ist, dass die von den Kassen festgestellte Zahl von Behandlungsfehlern im Sinkflug ist. Offenbar feilen die niedergelassenen Ärzte und ihre Kollegen in den Kliniken weiter an der Fehlerkultur.

Die AOK und andere Kritiker ärztlicher Kunstfehler sollten sich dem anschließen. Sie könnten durchaus dazu beitragen, die Fehlerzahlen noch weiter zu drücken.

Lesen Sie dazu auch:
Behandlungsfehler: Mehr Beschwerden, weniger bestätigte Fälle

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »