Ärzte Zeitung, 15.01.2009

Kommentar

Was läuft schief bei Organspenden?

Von Christoph Fuhr

Dieses Desaster zeichnete sich schon Mitte des vergangenen Jahres ab, als eine Zwischenbilanz für das erste Halbjahr nichts Gutes ahnen ließ: In Deutschland ist die Zahl der Organspenden gesunken, und niemand kann diese Entwicklung bisher auch nur halbwegs überzeugend erklären.

Wenn jedes Jahr in unserem Land 1000 Menschen sterben, die auf der Warteliste für ein Organ stehen und wenn Nierenpatienten im Schnitt inzwischen fünf bis sechs Jahre auf eine Transplantation warten müssen, dann sind das Indizien dafür, dass das Spender-System gravierende Defizite hat.

80 Prozent der Bevölkerung bekunden, dass sie Organspenden durchaus positiv sehen, und dennoch haben nur 12 Prozent einen Spenderausweis? Hier passen ganz viele Detail-Informationen überhaupt nicht zusammen.

Klar ist: Die Hürden für Organspenden sind in Deutschland aus vielerlei Gründen zu hoch. Es ist Zeit für eine radikale Bestandsaufnahme. Dabei muss auch über Widerspruchslösungen diskutiert werden, wie sie in Ländern wie zum Beispiel Spanien praktiziert werden: Jeder kann Organspender werden, der sich nicht ausdrücklich etwa in schriftlicher Form dagegen ausgesprochen hat. Warum sollte das keine Option für Deutschland sein?

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In Deutschland sinkt Zahl der Organspenden

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