Ärzte Zeitung, 18.06.2008

Pflegeberatung zu Hause beim Patienten

PKV mit neuem Konzept

BERLIN (iss). Mit einem eigenen Konzept der Pflegeberatung und Unterstützungsangeboten für Versicherte wollen sich die privaten Krankenversicherer (PKV) als qualitativ hochwertiges Gegenstück zur gesetzlichen Pflegeversicherung positionieren.

"Auch in der Pflege werden wir die bessere Alternative sein, wir stellen uns dem Wettbewerb", sagte der Vorsitzende des PKV-Verbands Reinhold Schulte auf der Mitgliederversammlung in Berlin.

Das Modell der Pflegestützpunkte lehnen die PKV-Unternehmen als zu bürokratisch ab. Deshalb nutzt die Branche die ihr mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz eingeräumte Möglichkeit, einen eigenen Weg in der Pflegeberatung zu gehen.

"Wir werden eine aufsuchende Pflegeberatung anbieten. Wir gehen zu den Menschen und helfen ihnen in ihrer eigenen Umgebung", kündigte Schulte an. Die Beratung werde lebensnah und alltagsorientiert sein.

Um eine neutrale und unabhängige Beratung der Pflegeversicherten und Angehörigen sicherzustellen, hat der PKV-Verband ein eigenständiges Pflegeberatungsunternehmen gegründet, die Compass Private Pflegeberatung. Sie bietet ab 2009 eine Pflegehotline an und beschäftigt bundesweit zunächst rund 290 Pflegeberater. Aufbauen kann der Verband dabei auf den Erfahrungen des Tochter-Unternehmens Medicproof, das für die PKV-Unternehmen die Begutachtung und Einstufung von Pflegebedürftigen übernimmt. "Wir werden hohe qualitative Standards und hervorragende Reaktionszeiten vor Ort bieten", versprach Schulte.

Die Positionierung in der Pflegeversicherung ist Teil der Strategie, die PKV unter Qualitätsgesichtspunkten von der GKV abzuheben. "Mit der Kapitaldeckung haben wir die bessere Finanzierung, in Zukunft wollen wir noch stärker aufzeigen, dass wir auch die bessere Leistung haben", stellte Schulte klar.

Lesen Sie dazu auch:
PKV will Qualitätsprofil schärfen

Topics
Schlagworte
Pflege (4518)
Personen
Reinhold Schulte (76)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »