Ärzte Zeitung, 21.04.2010

Reha vor Pflege - erfolgreiches Konzept für Geriatrie-Patienten

Modellprojekt in Schleswig-Holstein wird in die Regelversorgung überführt.

KIEL (di). Geriatrische Patienten können in Schleswig-Holstein in Zukunft verstärkt ambulant betreut werden. Ein erfolgreiches Modellprojekt wird nun Teil der Regelversorgung.

Reha vor Pflege - erfolgreiches Konzept für Geriatrie-Patienten

Versorgung zu Hause ist möglich: Geriatrie-Patientin. © Gudath / imago

Die Patienten sollen mobiler werden, Stürzen vorbeugen und ihre körperliche Verfassung insgesamt verbessern: Im Norden wird künftig flächendeckend eine abgestufte Versorgung angeboten, die vollstationäre Versorgung für geriatrische Patienten seltener erforderlich macht. Das Ziel: Reha vor Pflege.

Ein Modellversuch hat gezeigt, dass dieses Ziel mit einer sektorübergreifenden koordinierten Versorgung erreichbar ist. Das 2007 gestartete Projekt für Menschen ab 70 hatte auch erbracht, dass 90 Prozent der Teilnehmer mit dieser abgestimmten Versorgung zufrieden sind. Jetzt haben sich Krankenkassen und Leistungserbringer auf eine Überführung in die Regelversorgung verständigt, die Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg als wichtigen Fortschritt ansieht. "Davon profitiert nicht nur der Patient, sondern dies kann auch zur Wirtschaftlichkeit unseres Gesundheitssystems beitragen", so Garg.

Die Vereinbarung sieht vor, dass geriatrische Patienten künftig an allen 13 tagesklinischen Geriatriestandorten im Land nach einem abgestuften Verfahren je nach Bedarf behandelt werden. In der Tagesklinik erhalten die Patienten Anwendungen am Vormittag und können nachmittags in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld bleiben. Eine niedrigschwellige mobile geriatrische Reha kommt zum Tragen, wenn der Patient nur noch in seinem Lebensumfeld rehafähig ist. Auch eine vollstationäre geriatrische Versorgung ist weiter möglich.

Der Hausarzt soll Patienten, die für das tagesklinische Angebot in Frage kommen, für ein entsprechendes Assessment anmelden und erhält für die Begleitung ein Honorar. Die Kassen zahlen pro Fall eine Pauschale von 1900 Euro an die geriatrischen Einrichtungen, aus dieser Pauschale erhält der Hausarzt sein Honorar.

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