Ärzte Zeitung, 02.11.2011

Kommentar

Wer wird die Pflege machen?

Von Anno Fricke

Die geplante Pflegereform zerfällt in zwei Hauptblöcke: Der eine ist, die Demenzkranken als pflegebedürftig anzuerkennen und ihnen und ihren Angehörigen darüber den Zugang zu Pflegeleistungen und Pflegegeld zu öffnen.

Der zweite ist die Reform der Pflegeversicherung. Hier geht es darum, Sicherungen aufzubauen, damit auch für die Menschen der geburtenstarken Jahrgänge in einigen Jahren ausreichend finanzielle und materielle Pflegekapazitäten zur Verfügung stehen.

Beide Stränge der Pflegereform haben sich ausgerechnet im von der Koalition ausgerufenen "Jahr der Pflege" politisch festgefahren.

Der Stillstand hat einen positiven Aspekt. Die Atempause könnte die Politik nutzen, die Ausbildungssituation für die Pflegeberufe zu verbessern und das Ansehen des Berufes aufzuwerten.

Das wird nämlich die eigentliche Aufgabe einer "Pflegereform": Nicht nur die Ansprüche und die Finanzierung zu klären, sondern, dass Pflege in der Zukunft überhaupt von jemand gemacht wird.

Lesen Sie dazu auch:
BMG schmückt sich mit fremden Federn

Topics
Schlagworte
Pflege (4712)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »