Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zur Pflegevollversicherung

Eine neue Pflegedebatte

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:

Das Gutachten, das die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Donnerstag vorgelegt hat, enthält zu viele Variablen, als dass daraus echte Schlüsse auf die tatsächlichen Kosten einer Pflege-Vollversicherung gezogen werden könnten. Sein Verdienst ist es, die sich abzeichnende strukturelle Unterfinanzierung der Pflege wieder in die öffentliche Debatte zu bringen.

Die soziale Pflegeversicherung wurde 1995 als Teilkostenversicherung eingeführt. Sie soll den pflegebedingten Mehraufwand im Alter abdecken. Was darüber hinaus geht, müssen der Pflegebedürftige selbst, seine Angehörigen und die Sozialämter in den Kommunen zuzahlen.

Längst ist bekannt, dass die meisten Pflegebedürftigen in Haushalten mit geringen Einkommen leben. Sowohl die Zahl dieser Haushalte als auch die Zahl der Pflegebedürftigen insgesamt wird steigen. Das legen alle demografischen Prognosen nahe. Die bessere Pflege können sich auch heute schon nur die besser Situierten leisten.

Dass deutlich mehr Geld in die Pflege fließen muss, als die von der Regierung beschlossene Förderung freiwilliger Pflegevorsorge bereitstellen kann, ist in allen Parteien unbestritten. Die Diskussion, woher das Geld für das aufziehende gesellschaftliche Pflege-Risiko kommen soll, könnte also sofort beginnen.

Lesen Sie dazu auch: ver.di: Pflegevollversicherung ist die Lösung

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Druck auf Personalbestand

Studie: Warkens GKV-Gesetz bringt Krankenhäuser in Konkursgefahr

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Differenzierung ist entscheidend

INOCA/ANOCA: Welche Therapie ist die richtige?

Apps auf Rezept im Visier

Schutz vor Regress bei der DiGA-Verordnung

Digitalisierung

KI-Chatbots bieten 24/7-Sprechstunde für Patienten

Lesetipps
Dass Sport einen positiven Effekt bei Patienten mit Depressionen hat, ist nichts Neues. Der Casus Knacksus ist die Motivation.

© Rifqi Muflih / stock.adobe.com

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Jörg Schelling

© Foto: Matthias Balk

Hantavirus und Ebolavirus

Was Patienten brauchen, die Sorge vor einem neuen Virusausbruch haben

Ein Arzt arbeitet mit einer KI-Anwendung.

© Deemerwha studio / stock.adobe.com

Von DiGA bis Chatbot

Wie KI hilft, die rheumatologische Versorgung zu verbessern