Ärzte Zeitung, 09.05.2016

Tabakatlas

Weniger Pfälzer greifen zur Zigarette

Knapp ein Viertel der in Rheinland-Pfalz lebenden Menschen raucht. Obwohl die Zahlen rückläufig sind, liegt die Sterberate deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

MAINZ. In Rheinland-Pfalz rauchen heute rund fünf Prozent weniger Erwachsene als noch 2006. Das geht aus dem aktuellen Tabakatlas Deutschland hervor, der sich auf Mikrozensus-Zahlen von 2013 bezieht.

Demnach raucht in Rheinland-Pfalz mit 24,4 Prozent knapp ein Viertel der Bevölkerung; 28,1 Prozent der Männer und 20,7 Prozent der Frauen. Bei der letzten Erhebung 2006 gaben 30,1 Prozent der Bevölkerung in Rheinland-Pfalz an, regelmäßig zum Tabakprodukt zu greifen: 35,5 Prozent der Männer und 27,8 Prozent der Frauen.

Dank der rückläufigen Zahlen liegt das Bundesland nun knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 25 Prozent.

Bei den männlichen Kindern und Jugendlichen (elf bis 17 Jahre) gaben 27 Prozent sowie 19,5 Prozent der weiblichen Altersgenossinnen an, gelegentlich oder regelmäßig zu rauchen.

Ein Drittel der Befragten hat schon einmal eine Wasserpfeife probiert. 2006 rauchten in Rheinland-Pfalz 24 bis 28 Prozent der männlichen Jugendlichen und 20 bis 24 Prozent der weiblichen Jugendlichen.

Im Jahr 2013 starben in Deutschland rund 121.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, somit war der Tabakkonsum für 13,5 Prozent aller Tode ursächlich. In Rheinland-Pfalz waren 20 Prozent der Todesfälle durch Rauchen verursacht (2006: rund 14 Prozent).

86,9 Prozent der tödlichen Lungenkrebsfälle standen in direktem Zusammenhang mit Zigaretten und anderen Tabak-Artikeln (2006: 76,5 Prozent). In Gesamtdeutschland waren es 80 Prozent (2006: 80,1 Prozent).

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede; am meisten geraucht wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 34,4 Prozent, am wenigsten in Baden-Württemberg mit 26,9 Prozent.

Die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) zeigte sich über den Rückgang der Raucherzahlen erfreut. Vermutlich hätten unter anderem die Nichtraucherschutzgesetze dazu beigetragen, die Zahl der Raucher zu senken, sagte Anneliese Bodemar, Leiterin der TK-Landesvertretung.

Zu begrüßen sei, dass es in Rheinland-Pfalz ein Rauchverbot an Schulen gäbe. Auch der bundesweite Anspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz sowie das Rauchverbot in gastronomischen Betrieben schütze Nichtraucher vor dem Passivrauchen.

Es müssten noch mehr Anstrengungen unternommen werden, dass Kinder und Jugendliche gar nicht erst die Möglichkeit hätten, an Zigaretten zu kommen, sagte Bodemar. Außerdem mahnte sie mit Blick in Richtung Politik an, es müsse noch mehr für die Prävention getan werden. (aze)

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