Ärzte Zeitung, 08.07.2015

Krebshilfe

Defizite bei Versorgung Sterbender

Palliativmedizin hat noch Nachholbedarf. Die Deutsche Krebshilfe veröffentlicht ihre Jahresbilanz.

Von Anno Fricke

BERLIN. Viele Defizite macht die Deutsche Krebshilfe bei der Versorgung unheilbar erkrankter Menschen aus.

Das Angebot an Palliativmedizin sei nicht flächendeckend, Verbesserungsbedarf gebe es auch bei Forschung, Lehre und Fortbildung, haben Vertreter der Krebshilfe anlässlich der Veröffentlichung des Jahresberichts 2014 mitgeteilt.

"Auch in Anbetracht der Debatte um Sterbehilfe und Sterbebegleitung ist die Stärkung der Palliativmedizin unabdingbar", sagte Krebshilfe-Chef Gerd Nettekoven.

Bei einer flächendeckenden palliativmedizinischen Versorgung werde der Ruf nach Sterbehilfe selten sein.

Förderschwerpunkt der gemeinnützigen Organisation war im Geschäftsjahr 2014 die translationale Onkologie. Für die Grundlagenforschung und klinische Krebsforschung hat die Krebshilfe rund 31,1 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Ziel ist, im Labor gewonnene Erkenntnisse schneller als bisher in Diagnose- und Therapiemöglichkeiten umzusetzen.

Die Deutsche Krebshilfe finanziert sich nach eigenen Angaben ausschließlich aus Spenden. 2014 flossen insgesamt 96 Millionen Euro. Knapp die Hälfte davon aus Erbschaften und Vermächtnissen.

Rund 27 Millionen erlöste die Organisation mit Aktionen und Veranstaltungen. Der Rest stammte aus 390.000 Einzelspenden. Mit dem Geld hat die Krebshilfe 153 Projekte gefördert.

Jedes Jahr erkranken rund 500.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs. "Heute können rund die Hälfte aller Krebspatienten und vier von fünf krebskranken Kindern geheilt werden", betonte Hans-Peter Krämer, Vorsitzender des Stiftungsrates der Deutschen Krebshilfe.

Das bedeute, dass nach wie vor viele Menschen eine Krebserkrankung nicht überlebten.

Um den wachsenden Informationsbedarf zu befriedigen hat die Krebshilfe gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft 2014 das Infonetz Krebs eingerichtet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »