Ärzte Zeitung, 09.03.2016

Niedersachsen

Palliativversorgung neu strukturiert

In Niedersachsen soll ein neu eingerichteter Stützpunkt helfen, die Versorgung von sterbenskranken Menschen zu verbessern.

Von Christian beneker

HANNOVER. Die Palliativversorgung in Niedersachsen ist inzwischen so verzweigt, dass nun ein gemeinsames Dach geschaffen wurde, um Angebote und Aufgaben zu koordinieren: Es ist der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung e.V. in Celle.

"Da der Hilfebedarf schwerkranker und sterbender Menschen von Fall zu Fall unterschiedlich ist und sich auch im Verlauf der letzten Lebensphase verändern kann, ist eine vernetzte Versorgung wichtig, die ein reibungsloses Ineinandergreifen verschiedener Hilfsangebote gewährleistet", teilten die Initiatoren mit.

Ihren Angaben zufolge bestehen in Niedersachsen 26 Hospize mit 250 Plätzen, sechs weitere sind in Planung, 130 Hospizdienste und 44 Anbieter der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Niedersachsens Krankenhäuser bieten rund 320 Palliativbetten. Und 490 Ärztinnen und Ärzte im Land verfügen über die Zusatzbezeichnung "Palliativmedizin".

"Ehrenamt und Hauptamt sollen sich durch den Landesstützpunkt auf Augenhöhe begegnen können. Mit dem Landesstützpunkt wollen wir vor allem die Qualifikation und Weiterbildung der Ehrenamtlichen unterstützen, die Hospizdienste stärken und eine Beratungs- und Informationsstruktur für Einrichtungen und Einzelpersonen etablieren", so Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD).

"Der Stützpunkt soll zudem dafür sorgen, dass die Palliativversorgung in Pflegeheimen und Krankenhäusern verbessert wird", sagte Anke Reichwald, Geschäftsführerin der Diakovere Pflegedienste in Hannover, im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Vor allem auf dem Land gebe es immer noch weiße Flecken in der Palliativversorgung.

Das gemeinsame Dach wurde gebaut von der Landesvertretung Niedersachsen/Bremen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Außerdem mit dabei sind die Niedersächsische Koordinierungs- und Beratungsstelle für Hospizarbeit und Palliativversorgung (NKBHP), der Hospiz- und Palliativ-Verband Niedersachsen (HPVN) sowie das Betreuungsnetz schwerkranker Kinder.

Das Land fördert den Stützpunkt in 2016 mit knapp 240 000 Euro, bis 2020 ist eine Förderung in ähnlicher Höhe geplant.

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