Ärzte Zeitung App, 26.08.2014

Schleswig-Holstein

19.000 neue Krebspatienten pro Jahr

Das Institut für Krebsepidemiologie in Schleswig-Holstein hat seinen Bericht für die Jahre 2009 bis 2011 vorgelegt.

LÜBECK. In Schleswig-Holstein leben derzeit 100.000 Menschen mit einer Krebserkrankung. Das geht aus dem Band "Krebs in Schleswig-Holstein" vom Institut für Krebsepidemiologie hervor, der erstmals die Prävalenz von Menschen mit Krebs geschätzt hat.

Jährlich werden 19.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Rund 7600 Menschen sterben jedes Jahr an Krebs. Der Bericht dokumentiert erstmals eine Spanne von drei Jahren: 2009 bis 2011. Im Vergleich zu 2006 bis 2008 ist damit die Zahl der Todesfälle leicht gestiegen. Damals starben noch rund 7400 Personen jährlich an Krebs. Für das aktuelle Jahr sei damit zu rechnen, dass die Zahl der Neuerkrankungen weiter zunimmt, heißt es im Bericht.

Nach Ansicht der Autoren zeigen die hohen Zahlen, dass sich die onkologische Versorgung nicht nur auf die primäre Behandlung neuer Krebserkrankungen beschränken kann, sondern sich immer stärker dem weiteren Krankheitsverlauf widmen muss.

"Dazu gehören nicht nur die leitliniengerechte Nachsorge, sondern auch Angebote zur psychoonkologischen Versorgung, zur Rehabilitation, zur Wiedereingliederung in den Beruf und zur Selbsthilfe", heißt es.

Im Diagnosezeitraum wurde bei insgesamt 56.655 Personen eine neu auftretende Krebserkrankung diagnostiziert, das entspricht pro Jahr im Schnitt 18.885. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 70 Jahren. Zusätzlich wurde in den drei Jahren noch bei 20.211 Menschen weißer Hautkrebs diagnostiziert.

Im nördlichsten Bundesland erleiden 715 von 100.000 Männern und 620 von 100.000 Frauen jedes Jahr eine Krebserkrankung. Altersbereinigt liegen die Männer damit nur minimal, die Frauen aber um zwölf Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Der Bericht nennt besonders eine höhere Brust- und Lungenkrebsinzidenz in Schleswig-Holstein. Die Mortalität für Krebs liegt bei Männern rund fünf Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt, bei Frauen vier Prozent darüber.

Insgesamt wurden 186.902 Meldungen für aus Arztpraxen, Kliniken, Pathologien und Gesundheitsämtern in der bei der Ärztekammer angesiedelten Vertrauensstelle und in der Registerstelle des Krebsregisters am Institut für Krebsepidemiologie an der Lübecker Universität den Bericht verarbeitet. (di)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »