Ärzte Zeitung, 13.09.2010

Fast 12 000 Euro Abrechnungsaufwand pro Jahr

Fast 12 000 Euro Abrechnungsaufwand pro Jahr

Kostet Zeit und Geld - die Honorarabrechnung bei niedergelassenen Ärzten.

© Konstantin Sutyagin / fotolia.com

DORTMUND (iss). Niedergelassene Ärzte verwenden im Durchschnitt zwei Stunden pro Woche auf die Abrechnung. Die durch die Erstellung und Übermittlung der Abrechnung verursachten Kosten belaufen sich auf 11 700 Euro im Jahr. Das entspricht der halben Stelle einer Arzthelferin oder fünf bis sechs Prozent des Honorarvolumens.

Das zeigen Zwischenergebnisse der Bürokratiekostenerhebung in Arztpraxen, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsfirma KPMG im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) erstellt. Für die gesamte KVWL belaufen sich die durch die Abrechnung verursachten Kosten auf 152 Millionen Euro im Jahr.

Die Erhebung umfasst 32 systematische Interviews mit Hausärzten (32 Prozent) und Fachärzten (68 Prozent) von Ende Januar 2010 bis Ende Februar 2010. Zwischen den Ergebnissen gab es eine große Streubreite, berichtete KVWL-Vorstand Dr. Thomas Kriedel auf der Vertreterversammlung in Dortmund.

Nach Ansicht der Ärzte und der medizinischen Fachkräfte läuft der Abrechnungsprozess weitgehend problemlos, von ihnen kamen nur marginale Verbesserungsvorschläge, sagte Kriedel. "Die gefühlte Bürokratie ist bei der Abrechnung gar nicht so groß." Der Aufwand sei in etwa so hoch wie bei der Dokumentation. "Dort wurde eine große Belastung verspürt."

Der Aufwand von zwei Stunden pro Woche für die Abrechnung erscheint Kriedel zu hoch. Um die Situation zu verbessern, könne die KVWL den Arztpraxen verstärkt Schulungen im Hinblick auf die Abrechnungsanforderungen anbieten und ihnen die Anwendung besserer Modelle zur Praxisorganisation näher bringen, etwa über die Mentorenprogramme, sagte er.

[20.09.2010, 15:21:34]
Dr. Zlatko Prister 
mißverstanden
Sehr geehrter Herr Kollege Faude,
moderne EDV-Systeme, wie sie in Deutschland allen Ärzten zur Verfügung stehen, sind seit 30 Jahren eine intelligente Antwort auf moderne Herausforderungen.
Dabei geht es primär um die Effizienz in den ambulanten Gesundheitsbetrieben (Arztpraxis, MVZ), aber auch um interne und externe Prozessoptimierung, Versorgungsqualität, Lebensqualität und Wertschöpfung.
Ihre emotionsbeldene und väterlich anmutende mit veralteten beispielen versehene Antwort auf meine Frage zeigt wieder einmal, dass eine sachliche Diskussion unter Ausschluß des persönlichen Kontaktes zum angesprochenen Thema nicht möglich ist.

In Frankfurt, in der KV, haben wir am 6.10. um 18-20 Uhr die erste Sitzung unseres neuen Qualitätszirkels "PAPIERLOSE ARZTPRAXIS - Effizienz und Versorgungsqualität", zu der ich Sie herzlich einlade.
Wir haben vor eine sachliche Dauerdiskussion unter Einbeziehung ausgewiesener Experten zu führen - zum Nutzen der Teilnehmer und Patienten.
www.prister.de zum Beitrag »
[16.09.2010, 06:36:41]
Dr. Günther Faude 
zum kommentar des Kollegen Prister
Werter Kollege,
es ist schön zu sehen, wie stolz sie auf ihre EDV und ihre eigene Kompetenz sind. Wenn ich den selbstgefälligen Unterton mal ausblende-da eine automatische leistungsziffernkette abrechnungstechnisch nicht erlaubt ist, werden Sie bei sachgerechter Abrechnung(die ich ihnen natürlich unterstelle) nicht umhinkommen, wöchentlich 200 bis 400 Kontakte leistungstechnisch erfassen und auch kontrollieren zu müssen. damit verbleiben Ihnen 120/200 (bis zu 120/400) min, also etwa 20 bis 30 sec für die kontrolle-regelkonforme Abrechnung vorausgesetzt.
Sie dürfen davon ausgehen, dass auch andere Leute nicht auf den Kopf gefallen und edv technisch gut aufgestellt sind. Weniger Selbstgefälligkeit versachlicht die Diskussion.
Im Übrigen mag der kollege ja noch mit Dampf arbeiten-dafür kostet sie und mich unsere moderne EdV kräftig Anschaffung und auch unterhalt-bitte rechnen sie mal zusammen, was sie im Jahr für hardware, software und die Pflege icnl der kv-Updates etc investieren, incl des Zeitaufwands den sie und ihre Mitarbeiter investieren(das erlangen ihrer vorgetragenen Kompetenz war sicherlich nicht zum Nulltarif zu bekommen?).
Also-Mäßigung im ton und Nachdenklichkeit in der Sache scheint hilfreich. zum Beitrag »
[14.09.2010, 08:43:48]
Dr. Zlatko Prister 
Das kann ich nicht nachvollziehen
Kann mir einer dieser Kollegen erklären was er da 2 Stunden in der Woche für die Abrechnung macht?
Meine EDV (wie alle anderen auch) arbeitet mit Multitasking und Hintergrundabläufen.
Wir kontrollieren die Abrechnungsdateien einmal wöchentlich ab dem 2. Quartalsmonat. Mithilfe des Protokolls korrigieren wir dann die Fehler.
Protokollerstellung läuft in Hintergrund, im laufenden Betrieb, einfach so zwischendurch.
Die Korrektur erledigen wir dann in einigen Minuten.

Wenn es sich, wie meine Helferin und ich vermuten, bei den 2 Stunden wöchentlich ums Nacharbeiten von Einträgen aus den Karteikarten handelt, dann sind das Äerzte, die ihre EDV-Anlage nicht in der Lage sind zu nutzen.
Wir zeigen ihnen gerne den richtigen Umgang mit EDV. zum Beitrag »

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