Ärzte Zeitung, 18.01.2012

Neues Entgeltsystem für Psychiatrie beschlossen

BERLIN (chb). Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf zur Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen verabschiedet.

Diese Einrichtungen sind bislang vom DRG-System ausgenommen, mit dem fast alle anderen stationär erbrachten Leistungen seit einigen Jahren vergütet werden.

Für das neue Entgeltsystem soll es eine vierjährige budgetneutrale Einführungsphase und eine anschließende fünfjährige Überführungsphase (Konvergenzphase) geben.

Das neue System soll bis zum 30. September 2012 von den Selbstverwaltungspartnern auf Bundes ebene (Deutsche Krankenhausgesellschaft, GKV-Spitzenverband, Verband der privaten Krankenversicherung) erarbeitet werden.

Baum: Leistungsfeindliche Deckelung

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft kritisierte den Gesetzentwurf. Sie hält die vorgesehene Finanzierung für nicht angemessen.

"Entgegen der gesetzlichen Zusage von 2009, die Grundlohnratenbudgetierung abzuschaffen, wird für das Startjahr des neuen Entgeltsystems 2013 an der leistungsfeindlichen und sachfremden Deckelung festgehalten", kommentierte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum den Kabinettsbeschluss.

Der mit dem Entgeltsystem verbundene massive bürokratische Datenerfassungsaufwand in den Kliniken könne mit den Vorgaben des Gesetzentwurfes nicht gerechtfertigt werden, sagte Baum. Er fordert die grundsätzliche Abschaffung der Grundlohnbudegtierung.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »