Ärzte Zeitung, 20.03.2012

Zahlungsmoral der Patienten ist so gut wie lange nicht

Die gute Wirtschaftslage scheint auch die Patienten zu beflügeln: Sie bezahlen ihre Arztrechnungen wieder zuverlässiger als noch vor ein paar Jahren.

Zahlungsmoral der Patienten ist so gut wie lange nicht

Die Zahlungsmoral der Patienten ist bei Arztrechnungen hoch. Ein Experte vermutet: Das liegt an der emotionalen Bindung.

© Dan Race / fotolia.com

KÖLN (iss). Bei Privatpatienten und Selbstzahlern ist die Zahlungsmoral so gut wie lange nicht.

Das zeigt eine Auswertung der PVS holding, nach der im Jahr 2011 bei rund 4,5 Millionen Rechnungen in deutlich weniger als einem Prozent der Fälle ein Mahnbescheid notwendig war. Über alle Mahnstufen hinweg registrierte die PVS die niedrigsten Quoten seit 2005.

Die PVS holding ist vor allem in den Regionen Rhein-Ruhr, Berlin-Brandenburg und Bayern aktiv. Pro Arztpraxis musste die privatärztliche Verrechnungsstelle im Durchschnitt vier Mahnbescheide versenden.

"Der durchschnittliche Rechnungsbetrag liegt zwischen 160 und 170 Euro", sagt Rolf Stuckmann, Prokurist der PVS holding.

Ärzte sollen säumigen Zahlern Hilfe anbieten

In den Arztpraxen sei die Zahlungsmoral generell besser als in Wirtschaftszweigen wie dem Versandhandel oder der Telekommunikation, sagt Stuckmann.

Das liege zum einen an der größeren emotionalen Bindung zwischen Arzt und Patient. Zum anderen erhalten die meisten Privatpatienten eine Erstattung vom Versicherer oder der Beihilfe.

"Der weit überwiegende Teil der Patienten nimmt das Geld zur Begleichung der Arztrechnung." Ob Privatrechnungen von Privatpatienten oder GKV-versicherten Selbstzahlern kommen, kann die PVS nicht erkennen.

Nach der Erfahrung von Stuckmann haben viele Ärzte, die nicht über einen Dienstleister abrechnen, kein stringentes Mahnwesen und scheuen die Auseinandersetzung mit Patienten.

Er empfiehlt Ärzten, säumigen Zahlern Hilfe anzubieten. "Das können verlängerte Zahlungsziele oder Ratenzahlungen sein."

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