Ärzte Zeitung, 26.02.2013

GOÄ-Novelle

Vorbild Veterinärmediziner?

Für die Tierärzte ist eine Anhebung der Gebührensätze um zwölf Prozent im Gespräch. Das fordern jetzt auch Humanärzte für ihre GOÄ.

KÖLN. Was für Tierärzte recht ist, kann für Ärzte nur billig sein. Da die Bundesregierung für die Tierärzte eine allgemeine Anhebung der Gebührensätze um zwölf Prozent plant, sollte sie auch dafür sorgen, dass die Ärzte zumindest einen Inflationsausgleich erhalten, solange die neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) noch nicht unter Dach und Fach ist.

Das fordert Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Vorsitzender des Gebührenordnungsausschusses der Bundesärztekammer.

Die Bundesregierung schlage vor, bei der Gebührenordnung für Tierärzte zunächst die Vergütung der Leistungen um zwölf Prozent zu erhöhen und dann die einzelnen Positionen der Gebührenordnung zu überprüfen, berichtet Windhorst. "Die Regierung erkennt damit an, dass bei den Gebühren schon länger nichts mehr passiert ist."

Dasselbe müsse sie auch bei den Ärzten tun, fordert er. "Auch wir wollen einen Inflationsausgleich." Das wäre ein wichtiger erster Schritt - auch wenn die Bundesärztekammer für die Ärzte insgesamt einen Nachholbedarf von 28 Prozent errechnet hat.

Hoffen auf zügige Verhandlungen

"Wir sind kompromissbereit", betont Windhorst. Die bessere Vergütung sei nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen notwendig, sondern auch als notwendige Anerkennung des ärztlichen Berufs. "Bleibt diese Wertschätzung aus, bleibt auch der ärztliche Nachwuchs aus."

Es sei klar, dass die Reform der GOÄ in dieser Legislaturperiode nicht mehr abgeschlossen werden kann. Dennoch hoffe die Ärzteschaft auf zügige Verhandlungen mit den privaten Krankenversicherern.

"Wir haben mit Unverständnis registriert, dass die PKV auf Zeit spielt", sagt er. Da beide Seiten Interesse an einer neuen GOÄ hätten, sollte einer kontinuierlichen Weiterarbeit nichts entgegen stehen.

Das sei gerade angesichts der Bundestagswahl im Herbst wichtig. "Wir müssen jetzt Pflöcke einschlagen, auf denen die neue oder die alte Regierung dann aufsetzen kann", sagt Windhorst. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »