Ärzte Zeitung online, 29.06.2015

Nordrhein

3,2 Prozent mehr Honorar für Ärzte

Es hat lange gedauert, doch jetzt ist der Honorarabschluss für die Vertragsärzte und -psychotherapeuten in Nordrhein für 2015 unter Dach und Fach.

DÜSSELDORF. Das Vergütungsvolumen der niedergelassenen Ärzte erhöht sich im laufenden Jahr um 3,2 Prozent oder 92,72 Millionen Euro. Das ergibt sich aus der Vereinbarung zwischen der KV Nordrhein und den Krankenkassen.

Das Ergebnis gehe in Ordnung, sagte Bernhard Brautmeier, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo), auf der Vertreterversammlung in Düsseldorf. "Zwei KVen haben ein besseres Ergebnis, alle anderen nicht."

Die Verhandlungen seien sehr schwierig gewesen, berichtete er. Ein wesentliches Problem sei die Furcht der Krankenkassen vor der künftigen Belastung durch die Konvergenzregel im Versorgungsstärkungsgesetz gewesen.

Sie hätten deshalb die förderungswürdigen Leistungen zur Disposition gestellt. "Der Vertrag für diese Leistungen wird immer nur für ein Jahr geschlossen und muss nicht gekündigt werden", erläuterte Brautmeier.

Extrabudgetäre Gesamtvergütung erhöht sich um 9,6 Millionen Euro

Von dem Plus von 92,72 Millionen Euro für 2015 entfallen 78,52 Millionen Euro auf die Umsetzung der Bundesvorgaben. Hinzu kommen 4,6 Millionen Euro für zusätzliche förderungswürdige Leistungen wie die Förderung von Ärztenetzen oder besondere fachärztlich Leistungen.

"Was wir damit machen, ist noch zu vereinbaren", kündigte er an. Die extrabudgetäre Gesamtvergütung - zum Beispiel für die Prävention - erhöhte sich um 9,6 Millionen Euro.

Zur Vereinbarung gehört, dass die Kassen die bisherigen förderungswürdigen Leistungen in Höhe von 26,68 Millionen Euro bis Ende 2016 als Bestandteil der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) bezahlen. "Damit kann man uns nicht mehr drücken", betonte Brautmeier.

Ab 2017 soll dieser Bereich in die Konvergenz-Regelung überführt werden. "Scheitert die Konvergenz, bleibt der Förderbetrag in der MGV erhalten." Diese ausgleichende Regelung komme im Prinzip beiden Seiten entgegen.

Der Honorarabschluss für 2015 sieht zudem die Fortführung der bisherigen Einzelleistungsvergütungen und aller Sonderverträge vor. (iss)

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