Ärzte Zeitung, 01.09.2016

Honorar 2017

Entscheidung soll Ende September fallen

BERLIN. Ohne wesentliche Beschlüsse sind KBV und Kassen am Mittwoch aus ihrer zweiten Verhandlungsrunde im Bewertungsausschuss gegangen.

Damit hängt die Entscheidung über das Vertragsarzthonorar 2017 und die EBM-Ziffern für den Medikationsplan nun wohl am Erweiterten Bewertungsausschuss, wie die „Ärzte Zeitung“ erfahren hat.

Dieser soll am 21. September tagen. Dabei geht es unter anderem um die Anpassung des Orientierungswertes (derzeit 10,4361 Cent) und die Kriterien des Behandlungsbedarfs.

KBV-Chef Dr. Andreas Gassen sprach in einem Interview mit KV-ON von noch ziemlich weit auseinanderliegenden Positionen. Er sieht einen erheblichen Nachfinanzierungsbedarf – allein im fachärztlichen Bereich werde durch die Abstaffelung derzeit jede fünfte Leistung nicht bezahlt.

Außerdem lässt laut KBV die derzeit exzellente Finanzlage der Kassen dringend notwendige Investitionen in die Versorgungsstruktur durchaus zu. Damit könnten sowohl für den haus- als auch fachärztlichen Bereich zusätzliche Mittel bereitgestellt werden.

Laut Gassen sind KBV und GKV-Spitzenverband derzeit noch in einer „Abtastphase“. Gassen zeigte sich optimistisch, dass eine Einigung noch vor der Sitzung des Erweiterten Bewertungsausschusses möglich sein könnte.

Auch bei der Frage, wie das Honorar für den Medikationsplans, auf den Patienten ja ab Oktober einen Anspruch haben, aussieht, hoffe man noch vor der Sitzung am 21. September zu einem Ergebnis zu kommen, erklärte KBV-Vize Regina Feldmann.

Fest steht aber: Der GKV-Spitzenverband hat das Schiedsamt – also den Erweiterten Bewertungsausschuss – angerufen. (reh)

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