Ärzte Zeitung, 12.10.2016

Schummel-Vorwürfe

Zi-Chef plädiert für bessere Datenbasis

BERLIN. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat eine Stärkung der Datengrundlagen und Verfahren für die Einordnung von Patienten im Risikostrukturausgleich gefordert.

Der Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) sei "kein gescheitertes Modell", erklärt Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried in einer Mitteilung. "Schließlich will ja auch niemand Steuersystem und Finanzämter abschaffen, nur weil Einzelne Steuern hinterziehen oder bestechlich sind", so von Stillfried.

Er plädierte dafür, "das Klassifikationsverfahren weiterzuentwickeln, um so Versorgungsrealitäten besser abzubilden". Von Stillfried reagiert auf die Äußerungen von TK-Chef Jens Baas, Kassen, Ärzte und Behörden schummelten, um mehr Geld aus dem (Morbi-RSA) zu erhalten.

Angesichts der harten Wettbewerbsmethoden innerhalb der Kassenlandschaft seien Aufsichten und Kontrollen zu verstärken. Es müsse sichergestellt werden, "dass von den Mitteln aus dem Morbi-RSA letztlich wirklich die profitieren, die auf eine gute und umfassende Versorgung angewiesen sind: die Patienten", erklärt der Zi-Geschäftsführer.

Und niedergelassene Ärzte müssten für ihre Behandlungen so vergütet werden, dass sie ihre Arbeit bestmöglich leisten können – unabhängig davon, in welcher Region sie tätig sind. (ger)

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