Ärzte Zeitung, 30.04.2012

Befürchteter Ansturm auf Arbeitsmarkt bleibt aus

NÜRNBERG (dpa). Die erleichterte Zuwanderungsmöglichkeit für Arbeitskräfte aus Mittel- und Osteuropa hat nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern nicht zu dem befürchteten Ansturm auf den deutschen Arbeitsmarkt geführt.

Im ersten Jahr der Regelung sei die Zahl der Zuwanderer lediglich um 79.000 gestiegen, berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am 27. April in Nürnberg. Die "moderate Zuwanderung" sei vor allem auf Sprachbarrieren und Unterschiede in den Bildungssystemen zurückführen.

Seit dem 1. Mai 2011 gilt für Arbeitskräfte aus acht weiteren EU-Staaten die vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit. Bürger aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn können seitdem auch in Deutschland ohne Arbeitserlaubnis eine Tätigkeit aufnehmen. Erwartet wurden zunächst gut 100.000 Zuwanderer pro Jahr.

Die aus Mittel- und Osteuropa zugewanderten Arbeitskräfte hätten anscheinend gut in den Arbeitsmarkt integriert werden können, urteilen die Arbeitsmarktforscher. Darauf weise die nahezu unveränderte Zahl der Arbeitslosen aus diesen Ländern hin.

Die stärkste Zuwanderung habe Bayern verzeichnet; hier hätten 20.600 eine Stelle gefunden, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 14.800 Zuwanderern und Baden-Württemberg mit 11.700. Im Gesundheitswesen würden gerade einmal 4600 Zuwanderer beschäftigt.

Topics
Schlagworte
Praxis & Wirtschaft (59618)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Bruch mit dem deutschen Verordnungssystem?

Eine Gesetzesänderung ermöglicht Ärzten seit kurzem, Cannabis zulasten der Kassen zu verschreiben. Der Patient bezieht Cannabis aus der Apotheke. Das neue Rechtskonstrukt sehen viele aber als "Systembruch". mehr »