BMC-Kongress

Staatssekretär setzt auf die elektronische Akte

Beim 8. BMC-Kongress des Bundesverbands Managed Care spricht sich Staatssekretär Stroppe für die Umsetzung der elektronischen Patientenakte ein: Sie sei essenziell für die sektorenübergreifende Versorgung.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
Die Digitalisierung steht auf der Agenda der Gesundheitspolitik. Die Prioritäten steckte Staatssekretär Stroppe am Mittwoch ab.

Die Digitalisierung steht auf der Agenda der Gesundheitspolitik. Die Prioritäten steckte Staatssekretär Stroppe am Mittwoch ab.

© santiago silver / Fotolia

BERLIN. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen wird in den bevorstehenden Koalitionsverhandlungen von Union und SPD eine herausragende Rolle spielen. Das hat Gesundheitsstaatssekretär Lutz Stroppe zur Eröffnung des 8. BMC-Kongress des Bundesverbands Managed Care angekündigt. "Die elektronische Patientenakte steht seit 15 Jahren im Gesetzblatt, jetzt geht es darum, sie umzusetzen", sagte Stroppe.

Die Einführung der E-Akte ist laut Gesetz für 2019 vorgesehen. In Fachkreisen wird allerdings mit Verzögerungen bis 2021 gerechnet. Die E-Patientenakte sei essenziell für den Aufbau der sektorenübergreifenden Versorgung und die Stärkung der Patientensouveränität, so Stroppe.

"Die Digitalisierung ist ein Gewinn für die Gesundheitsversorgung", mahnte Stroppe zum Fortschritt. Allerdings stehe sie im Spannungsverhältnis zwischen dem Machbaren und möglichen Eingriffen in die Rechte des Einzelnen. Positiv sehe er zum Beispiel die Möglichkeiten der Telemedizin.

Umkehr der Versorgung

Der Patient müsse nicht mehr zur Versorgung hingehen, sondern Diagnose und Therapie kämen zu ihm. Die Digitalisierung mache somit den Vorsatz aus dem Sondierungspapier erst möglich, dass die medizinische Versorgung unabhängig von Wohnort, Alter, Geschlecht und Einkommen flächendeckend in ganz Deutschland angeboten werde.

Das Gebot, dass der Patient vor einer telemedizinischen Anwendung zunächst einen Arzt persönlich aufsuchen müsse, müsse daher genau geprüft werden. Es dürfe aber nicht zu einer "kalten Digitalisierung" kommen, sondern zu einer "Digitalisierung mit Zuwendung".

Stroppe ging auch darauf ein, dass Möglichkeiten geschaffen werden müssten, die mit der Digitalisierung gewonnenen Daten für die stratifizierende Medizin und die Versorgungsforschung genutzt werden könnten. Der Staatssekretär kündigte für das Frühjahr Antworten auf die Frage an, wie Apps für den Verbraucher nutzbringend zertifiziert werden können.

Der Vorsitzende des BMC Professor Volker Amelung forderte mehr Mut bei der Umsetzung international bereits anerkannten digitaler Anwendungen. "Fernbehandlung und digitales Rezept – das macht man einfach und testet es nicht mehr vorher.

Die Digitalisierung lasse Innovationsprozesse schneller ablaufen als alle Innovationsschübe in der Geschichte vorher, sagte Amelung zur Begrüßung. Die neuen Strukturen würden allerdings nicht auf das Gesundheitswesen warten. Es müsse sich anpassen.

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