Ärzte Zeitung, 27.02.2009

Kommentar

Differenzierte Debatte ist möglich

Von Philipp Grätzel von Grätz

Die von der Techniker Krankenkasse in Auftrag gegebene Umfrage zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zeigt, dass Deutschland bereit ist für eine sachliche Diskussion über Datenschutz und Datensicherheit in der digital vernetzten Medizin. Panikmache gilt nicht, dazu ist die kurz nach dem Telekom-Datenskandal ermittelte Haltung der Bevölkerung zur eGK viel zu differenziert.

Wenn 86 Prozent der Befragten angeben, das Speichern von Daten auf externen Servern berge die Gefahr von Missbrauch, aber gleichzeitig 61 Prozent keine Sicherheitsbedenken haben, solange sie selbst entscheiden können, ob Daten gespeichert werden, dann ist das eine ziemlich klare Aussage: Kaum jemand verschließt vor der Missbrauchsproblematik die Augen. Aber man möchte sich auch nicht von Datenschutzengeln bevormunden lassen.

Und wenn 44 Prozent der unter 29-Jährigen, aber 57 Prozent der über 60-Jährigen angeben, die Diskussion um Sicherheitslücken der eGK sei übertrieben, dann zeigt das deutlich, wo bei jenen, die häufiger krank sind, die Prioritäten liegen. Ein schneller Zugang für Ärzte zu relevanten Daten ist das Wichtigste. Deutschland hinkt hier im (west)europäischen Vergleich deutlich hinterher. Wie lange soll das noch so weitergehen?

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