Ärzte Zeitung App, 18.12.2014

Kommentar zur E-Card

Leidtragende sind die Praxen

Von Rebekka Höhl

Auch 2015 sind Arztbesuche ohne E-Card möglich - damit wirbt die Linksfraktion in einer Pressemitteilung. Den Patienten reiche ein Papiernachweis ihrer Kasse, der den Leistungsanspruch belegt.

Für die Skeptiker der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) auf den ersten Blick eine positive Botschaft. Rückendeckung holt sich die Linke dabei von der Bundesregierung.

Doch was da so schön als Alternative beworben wird, verlagert den Protest der eGK-Skeptiker in Wahrheit in die Praxen. Denn dort, wo eigentlich gute Versorgung stattfinden soll, müssen sich die Teams dann stattdessen um den Papierkrieg des Ersatzverfahrens kümmern.

Dass die Kassen - außer wie in Ausnahmefällen vorgesehen - ihren Versicherten reihenweise Papierbescheinigungen anstatt der eGK ausstellen werden, ist unwahrscheinlich.

Zum einen, weil die Mehrheit der Versicherten bereits mit der Karte ausgestattet wurde. Zum anderen, weil die Kassen für das Projekt eGK bislang rund eine Milliarde Euro aufgewendet haben. Die Bereitschaft, ein Parallelsystem zur eGK zu finanzieren, dürfte also kaum vorhanden sein.

Die Folge: Die Praxen müssen Privatrechnungen schreiben und anschließend zusehen, wie sie an das Geld für die erbrachte Leistung kommen. Das schadet nicht der eGK, sondern der Versorgung.

Lesen Sie dazu auch:
Nur noch gültig oder nicht?: Neue Verwirrung um E-Card

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Turbo für die richtige Blutfett-Mischung

Die kardiovaskulären Effekte einer mediterranen Ernährungsweise könnten (auch) über eine Modifikation des HDL-Cholesterins vermittelt werden. Zumindest deutet eine Analyse in diese Richtung. mehr »

Pillenrezept bleibt abrechenbar

Wiederholungsrezepte sind im EBM eher ein Minusgeschäft. Meist sind sie mit der Versichertenpauschale abgedeckt. Das gilt aber nicht bei der Rezeptierung von Kontrazeptiva. mehr »

Kassen fahren 2016 bessere Finanzergebnisse ein

Das Plus bei Ersatzkassen fällt geringer aus als erwartet, Innungskrankenkassen bleiben weiter im Minus. mehr »